Nachrichten

25.01.2016

Karneval und Arbeit - erlaubt ist nicht alles, was gefällt

Bei allem Frohsinn wird durch den Fasching jedoch nicht das Arbeitsrecht außer Kraft gesetzt. Gewisse Regeln sind auch während der tollen Tage einzuhalten, auch wenn sie in den Karnevalshochburgen teilweise kulanter gehandhabt werden als in anderen Teilen Deutschlands. Der DGB-Rechtsschutz klärt auf, was erlaubt ist.

Dass es einen "allgemeinen Anspruch auf Arbeitsbefreiung" gibt, stimmt nicht. Selbst Rosenmontag und Faschingsdienstag seien keine allgemeinen Feiertage, nicht einmal nach regionalem Gewohnheitsrecht. Trotzdem könne Freizeit zu Karneval mit dem Arbeitgeber geregelt sein, schreibt der DGB. Er kann entscheiden, ob er etwa den Rosenmontag als normalen Arbeitstag oder als zusätzlichen bezahlten Feiertag behandelt.

Anspruch auf Arbeitsbefreiung aus betrieblicher Übung

Arbeitnehmer haben unter Umständen einen Anspruch auf Arbeitsbefreiung, wenn dies im Tarifvertrag, einer freiwilligen Betriebsvereinbarung oder einer arbeitsvertraglichen Regelung festgehalten ist. Gegebenenfalls kann ein solcher Anspruch auch aus der sogenannten "betrieblichen Übung" hergeleitet werden, wenn der Arbeitgeber bisher regelmäßig zu diesem Termin freigegeben hat.

Sind Verkleidungen und Schminke erlaubt?

Wer arbeiten muss, aber den Rosenmontagszug über das Radio verfolgen will, darf dies nur, wenn die Arbeit nicht darunter leidet. Der Arbeitgeber kann das Radiohören allerdings generell oder zu bestimmten Zeiten verbieten. Auch Verkleidungen und Schminke sind nicht grundsätzlich zulässig. Sie dürfen das Tragen von Schutzkleidung nicht behindern. Ob sie überhaupt erlaubt sind, hängt laut DGB vor allem davon ab, wo man arbeitet und ob man Kundenkontakt hat.

Alkohol? Nein danke!

Auch ein Gläschen in Ehren kann verwehrt werden. Arbeitnehmer haben die Pflicht, ihre Leistungsfähigkeit und die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht durch Alkoholkonsum zu gefährden. Der Arbeitgeber kann den Umgang mit der "Ordnung im Betrieb" jedoch eigenmächtig regeln, zumindest, sofern kein Betriebsrat besteht.

Buchstäblich "krank feiern" ist unterdessen keine gute Idee. Der Arbeitgeber muss ein Verhalten während der Krankschreibung, das "dem Heilungsprozess mutmaßlich entgegensteht", nicht tolerieren.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.