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02.03.2016

Umfrage: Chefs sollen coachen, nicht herrschen

Die Zeit der Alleinherrscher in den Führungsebenen ist vorbei. Bei den Beschäftigten stehen vielmehr coachende Chefs, die individuell fördern und sinnvoll delegieren können, hoch im Kurs. Das geht aus einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert unter 1000 Arbeitnehmern hervor. Die Realität sehe jedoch oftmals anders aus: In jedem vierten Unternehmen seien Kasernenton und Gehorsam Alltag.

46 Prozent der Befragten in Deutschland wünschen sich einen Vorgesetzten, der nach Art eines Coaches handelt. Allerdings sei nur 23 Prozent der Arbeitnehmer tatsächlich solch ein Chef vergönnt. Am unbeliebtesten sind der Umfrage zufolge befehlende Manager, deren Anweisungen nicht hinterfragt werden dürfen: Eine "autoritäre Handschrift" stand bei lediglich drei Prozent hoch im Kurs, ist aber weit verbreitet.

"Der befehlende, von den meisten Mitarbeitern abgelehnte Führungsstil ist noch immer traurige Realität in vielen Büros und Werkhallen", sagt Dr. Hans Schlipat, Managing Partner der Rochus Mummert-Gruppe. Er ist sich jedoch sicher, dass die "unter Befehls- oder Ergebnisdruck erzielten Effekte" langfristig verpuffen werden.

Der mit 16 Prozent dritthäufigste Führungsstil sei der fordernde. Er helfe aber auch nicht dabei, "das Wollen und Können aller Beschäftigten" zu mobilisieren. Dieser Managertyp erbringe zwar selbst immer Höchstleistung, setze diese "bis zur Selbstausbeutung gehende Einstellung" aber auch als Maßstab für seine Mitarbeiter an. Das stieß nur bei jedem zehnten Arbeitnehmer auf positive Resonanz.

Der Schlüssel zu nachhaltigen Veränderungen liege in der positiven Motivation der Angestellten, heißt es bei Rochus Mummert weiter. Dies sei nur über coachende Vorgesetzte möglich, die den Mitarbeitern helfen, ihre Ziele mit denen des Unternehmens zu vereinen und ihr Potenzial voll auszuschöpfen. "Die Segel bestimmen den Kurs, nicht der Wind", ergänzt Carsten Vollrath von der Denkwerkstatt Innovative Management Partner. Entscheidend sei, wie die Chefs das Thema "strategische Führung" leben würden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.