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22.03.2016

Bewerbungsverfahren: Arbeitgeber und Jobsuchende haben unterschiedliche Vorstellungen

Bewerber und Unternehmen driften bei der Stellensuche zunehmend auseinander. Zu diesem Ergebnis kommen die Studienreihen "Recruiting Trends" und "Bewerbungspraxis" des Jobportals Monster und der Universität Bamberg. So werden beispielsweise Karriere-Events für Studenten von 90,3 Prozent der Betriebe, aber nur 12,3 Prozent der Stellensuchenden gerne genutzt.

Bei externen Lebenslaufdatenbanken ist das Verhältnis umgekehrt: 75 Prozent der Kandidaten setzen auf dieses Instrument, während daran lediglich 38,1 Prozent der Unternehmen interessiert sind. In die Studien flossen Monster zufolge Ergebnisse der Befragungen von 1000 der größten Firmen in Deutschland sowie von mehr als 4800 Stellensuchenden und Karriereinteressierten ein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchungen wurde auf die Bewerbungsverfahren gelegt. Auch hier ist die Diskrepanz zwischen den Präferenzen der Arbeitgeber und der Stellensuchenden groß. Lediglich 7,6 Prozent der Bewerber wollen ein Formular ausfüllen, obwohl dieser Weg von 75 Prozent der Unternehmen bevorzugt wird. Tatsächlich erhielten die Top 1000-Unternehmen 48,9 Prozent ihrer Bewerbungen per Formular, 36,1 Prozent via E-Mail und 13 Prozent auf dem Postweg.

Robot Recruiting kaum genutzt

Die Möglichkeiten der technikgestützten Rekrutierung werden derzeit mehr diskutiert als genutzt, so ein weiteres Ergebnis der Studien. "Robot Recruiting", bei dem ein Algorithmus Stellensuchenden automatisch offene Stellen oder Unternehmen geeignete Kandidaten empfiehlt, nutzen bisher nur 2,4 Prozent der befragten Betriebe. Eine ähnlich geringe Quote erreichten unter dem Begriff "Gamification" bekannte Recruiting-Spiele. Lediglich 1,3 Prozent der Unternehmen ermöglichen Kandidaten derzeit eine Kommunikation über den Instant Messaging-Dienst WhatsApp.

"Um die passenden Kandidaten optimal anzusprechen, wird es für die Unternehmen immer wichtiger werden, deren Nutzungsgewohnheiten und bevorzugten Kanäle zu kennen und ihr Recruiting darauf abzustimmen", fasst Studienleiter Professor Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg zusammen.

Die Studien können hier kostenfrei nach Angabe von Kontaktdaten heruntergeladen werden (externer Link).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.



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