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30.07.2012
Studie: Viele Angestellte sind unterfordert
17,6 Prozent der Beschäftigten sind für ihren ausgeübten Beruf überqualifiziert. Sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Volkswirtschaft insgesamt sei dies problematisch, so das Ergebnis einer Studie der Universität Hohenheim. Bei Angestellten mit befristeten Verträgen liege die Quote der unterwertig Beschäftigten mit 27,8 Prozent sogar noch weit höher.
Nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung stehen Kraftfahrzeuginstandsetzer mit 42,7 Prozent, Maler und Tischler mit 40,2 Prozent sowie Schlosser und Werkzeugmacher mit 34,6 Prozent ausbildungsinadäquat Beschäftigter an der Spitze der untersuchten Berufsgruppen. Auch Teilzeitbeschäftigte liegen Berechnungen der Studienautoren zufolge mit 22,6 Prozent über dem durchschnittlichen Wert von 17,6 Prozent.
Die Gründe für unterwertige Beschäftigung sind vielfältig. So seien Studien- und Ausbildungsabschlüsse in manchen Branchen besser, in manchen schlechter verwertbar. Darüber hinaus könne die durchgängig höhere Quote von inadäquaten Beschäftigungsverhältnissen bei Bachelor-Absolventen beispielsweise darauf zurückgeführt werden, dass sich für diesen Abschluss noch keine einheitlichen und angemessenen Anforderungsprofile herausgebildet hätten. Außerdem würden gruppenspezifische Benachteiligungen wie etwa bei Beschäftigten mit Migrationshintergrund ebenfalls eine große Rolle spielen.
Personalverantwortliche sind gefordert, denn auch die Arbeitsorganisation lege manch gut qualifiziertem Mitarbeiter Steine in den Karriereweg. Als Beispiel wird unter anderem ein Facharbeiter angeführt, dessen Qualifikationen aufgrund ausbleibender Weiterbildungsmöglichkeiten dauerhaft an Wert verlieren. Ralf Rukwid, Autor der Studie: "Die Befunde deuten (...) sowohl auf Ebene der Hochschul- als auch der Ausbildungsabsolventen auf beträchtliche Qualifikationsreserven hin."
Die Studie "Ausbildungsinadäquate Beschäftigung von Ausbildungs- und Hochschulabsolventen in Deutschland" kann hier kostenfrei im PDF-Format heruntergeladen werden.
Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

