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29.01.2016

Arbeitszeitkonten: Sinnvoll trotz möglichem Gewinnrückgang?

Die Einführung von Arbeitszeitkonten steigert die Produktivität und die Investitionstätigkeit, kann jedoch tendenziell zu leicht sinkenden Gewinnen führen. Ob dieses Instrument trotzdem für Unternehmen sinnvoll sein kann, zeigt eine Studie, die die Auswirkungen solcher Konten auf den Unternehmenserfolg untersucht hat.

Arbeitszeitkonten ermöglichen es Arbeitnehmern, kurz- oder langfristig Überstunden darauf einzuzahlen und sie bei Bedarf zu nutzen. Damit können zum einen Schwankungen im Auftragsvolumen abgefedert, zum anderen in Krisenzeiten Kurzarbeit und Entlassungen vermieden werden. Darüber hinaus tragen die Konten durch mehr Flexibilität zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei.

So weit, so gut. Wie sie sich allerdings auf den Unternehmensgewinn auswirken, sei empirisch bisher kaum erforscht worden, heißt es beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Olaf Hübler von der Leibniz Universität Hannover und Lutz Bellmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg haben sich dieser Fragestellung nun angenommen.

Dazu analysierten sie Umfragedaten deutscher Unternehmen aus dem Zeitraum zwischen 2008 und 2014, der sowohl von Krisen- als auch Wachstumsphasen geprägt war. "Die Analyse zeigt, dass Unternehmen mit Arbeitszeitkonten produktiver sind und mehr Investitionen tätigen", heißt es in dem Bericht, den die Forscher für das IZA geschrieben haben. Auf Löhne und Betriebsergebnis habe dies jedoch keinen nennenswerten Einfluss gehabt. Die Gewinne gingen tendenziell sogar zurück.

Grund dafür könnte sein, dass Arbeitszeitkonten zunächst Kosten verursacht, die den Gewinn schmälern. Zudem wird vermutet, dass besonders produktive, hochqualifizierte Mitarbeiter die Einführung dieser Konten am ehesten durchsetzen können. Außer Spesen also nichts gewesen? Dem widersprechen die Forscher: Auch wenn das Instrument nicht unmittelbar den Gewinn steigert, kann es ihrer Meinung nach trotzdem vor allem für exportorientierte Unternehmen mit hohem Fachkräfteanteil sowie Betriebe mit starken Auftrags- und Absatzschwankungen sinnvoll sein.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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