Nachrichten

11.02.2016

Urteil: Landrat hat Gleichstellungsbeauftragte nicht gemobbt

Gehalts-, Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche wollte die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte eines Landkreises geltend machen. Dem Landrat warf sie unter anderem vor, ihre Stellung hintertrieben zu haben. Die Frau wurde immer häufiger krank und fehlte schließlich durchgehend, bis sie 2014 abgewählt wurde. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Niedersachsen wies die Klage ab (Az.: 2 Sa 441/15).

Die Klägerin stand seit Anfang 1990 in Diensten des Landkreises - zunächst als Frauen-, danach als Gleichstellungsbeauftragte. Nachdem zum 1. November 2011 ein neuer Landrat gewählt wurde, habe sie mehr und mehr Funktionen verloren. Außerdem sei sie deutlich weniger in verwaltungsinterne Abläufe und in "Informationsflüsse in der Kreisverwaltung" einbezogen gewesen als früher. Seit 2012 war sie zunehmend erkrankt. Von Mitte Juni 2013 an fehlte sie schließlich durchgehend, bis sie 2014 durch den Kreistag aus ihrer Funktion abgewählt wurde.

Nachdem das Arbeitsgericht Osnabrück ihre Klage bereits abgewiesen hatte, bestätigte das LAG dieses Urteil nun in der Berufungsverhandlung. Dem Landrat sei kein systematisches, gegen die Klägerin schikanös gerichtetes Verhalten nachzuweisen. Er habe gleich zu Beginn seiner Amtszeit neue Anweisungen getroffen, die auch andere Mitarbeiter betrafen. Darüber hinaus sei die Frau "bereits kurz nach seinem Amtsantritt" das erste Mal erkrankt.

Das Gericht hob abschließend seine Bemühungen hervor, einen Vergleich zur einvernehmlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses herbeizuführen - ohne Erfolg.

Urteil des LAG Niedersachsen vom 3. Februar 2016 (Az.: 2 Sa 441/15)

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


Top-Themen 

Junge Frau unterzeichnet Arbeitsvertrag

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr ...

   
Junge Mutter hält gähnendes Baby auf dem Arm

Neues Jahr, neue Regeln: Das ändert sich 2018

Mit dem Jahreswechsel stehen für Arbeitgeber wieder Neuerungen an. Wesentliche Änderungen für das Jahr 2018 finden Sie hier im Überblick. 

mehr...

   
Weihnachtsmütze liegt auf einem Stapel Geld

Arbeitgeber fordert Weihnachtsgeld zurück – darf er das?

Liegt eine belastbare Rechtsgrundlage vor, kann der Arbeitgeber das gezahlte Weihnachtsgeld vom Mitarbeiter zurückverlangen. In welchen Fällen eine Anspruchsgrundlage auf Rückzahlung vorliegt, zeigt unser Beitrag.

mehr...

   
 Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop

Recruiting-Strategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr...

   
   
Darstellung von Bitcoins
Foto: © thodonal - Fotolia.com

Bitcoin auf der Lohnabrechnung – Spielerei oder massentauglich?

Nur Bares ist Wahres, heißt es. Bitcoin beweist das Gegenteil: Vor allem in der Finanz- und IT-Branche steht man dem Krypto-Geld positiv gegenüber, weil es unter anderem fälschungssicher und unabhängig von Banken oder dem Staat ist. Ob und wann es sich flächendeckend durchsetzt, ist offen. Löhne und Gehälter in Bitcoin auszuzahlen, ist derzeit aber noch riskant.

mehr...

   
Frau mit Telefonhörer in der HandFoto: © milanmarkovic78-Fotolia.com

"KAPOVAZ": Arbeit auf Abruf – nicht immer erlaubt!

KAPOVAZ steht für „Kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit“. Dabei handelt es sich um eine aus den USA übernommene Sonderform der Teilzeitarbeit, der zufolge der Teilzeitbeschäftigte auf Abruf seines Arbeitgebers zur Verfügung stehen muss. Auf welche arbeitsrechtlichen Beschränkungen Arbeitgeber bei der Abrufarbeit in der Bundesrepublik achten müssen, zeigt dieser Beitrag.

mehr... 

   

Foto: © Alvin Harambai-Fotolia.com

Verhaltensbedingte Kündigung – vermeidbare Fehler!

Arbeitgeber können bei einer ordentlichen verhaltensbedingten Kündigung viel falsch machen. Das KSchG und eine Menge anderer Gesetze lassen ihnen zum Scheitern ein breites Betätigungsfeld. Die folgenden Kardinalfehler sollten sie aber unbedingt vermeiden. 
 

mehr...

   
 Chef wählt am Bildschirm Bewerber aus
Foto: © Soda Productions -Fotolia.com

Digitales Recruiting: Trendige Wege zum Wunschkandidaten

Der digitale Wandel birgt große Chancen für Personalverantwortliche, wenn sie für digitale Trends in der Kandidatensuche offen sind. Diese Trends sollten Sie kennen und nutzen. mehr...

   

 Mann betankt sein Auto

Foto: © Barem - Fotolia.com

Benefits für Vielfahrer: Bahncard, Tankgutschein oder Strom für's E-Auto?

Mit welchem Verkehrsmittel Arbeitnehmer zur Arbeit kommen, kann auch eine Frage des Anreizes sein. Nämlich, wenn Arbeitgeber beispielsweise Bahncard, Tankgutschein oder kostenfreies Aufladen von E-Fahrzeugen als Zusatzleistungen anbieten.  Wir stellen die Vor- und Nachteile der beliebtesten Fringe Benefits für Vielfahrer und Pendler vor. mehr...

   
   
 

Weitere Top-Themen