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17.02.2016

Akzeptanz: Frauen und Männer in Führungspositionen ticken unterschiedlich

In deutschen Chefetagen scheint der kleine Unterschied immer noch groß zu sein. Das legt eine Studie der Frankfurt University of Applied Sciences nahe, die die Verhaltensweisen männlicher und weiblicher Führungskräfte untersucht hat. Ihre (mangelnde) Akzeptanz durch Vorgesetzte und Kollegen kann Einfluss auf die Karriere haben - und ein Grund für den geringen Anteil von Frauen im Management sein.

Die bisherige Forschung zum Thema hat sich vor allem darauf konzentriert, auf welche Barrieren Frauen auf ihrem Berufsweg stoßen. Caprice Oona Weissenrieder, Professor Dr. Regine Graml und Professor Dr. Yvonne Ziegler legten ihren Fokus dagegen auf die Akzeptanz von Führungskräften und die Frage, ob weibliche Chefs anders wahrgenommen werden als männliche. Dazu wurden 1484 Fragebögen aus einer standardisierten Online-Befragung ausgewertet.

Gleichberechtigung? Keine Ahnung

"Erschreckt hat mich, dass rund 16 Prozent der Top-Führungskräfte auf die Frage, ob die oberste Führungsebene in ihrem Unternehmen das Thema Gleichberechtigung aktiv vorantreibt, mit, weiß ich nicht' geantwortet haben", berichtet Weissenrieder. Das lasse vermuten, dass Gleichberechtigung in diesen Betrieben kaum ein Thema sei. Frauen hätten diese Frage deutlich häufiger verneint.

Deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung

Generell unterscheidet sich die Wahrnehmung bei Frauen und Männern in manchen Bereichen deutlich. Frauen im unteren und mittleren Management beispielsweise gaben häufiger als Männer dieser Führungsebenen an, in Meetings unterbrochen zu werden. "Frauen im oberen Management hingegen werden weniger oft unterbrochen als im unteren und mittleren Management", berichtet Graml.

Empfehlungen an die Führungskräfte

Aus ihren Beobachtungen leiten die Forscherinnen mehrere Empfehlungen ab. Kommunikation ist dabei ein Schlüssel: Führungskräften wird etwa geraten, "sich ihre Bekundungen (...) bewusst zu machen und diese zu reflektieren". Außerdem sollten Unternehmen ihre interne Kommunikation in Bezug auf die unterschiedlichen Wahrnehmungen anpassen.

Die Studie kann hier kostenfrei als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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