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25.02.2016

Verdiensterhebung: Leiharbeiter sind weit von Lohngleichheit entfernt

Zeitarbeiter verdienen deutlich weniger als Beschäftigte in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Ursachen dafür lägen unter anderem in der Branchenstruktur und Schlupflöchern bei der Entlohnung.

Auf Grundlage der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes fanden die Forscher heraus, dass die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne für Leiharbeit bei 13 Euro lagen, während in der öffentlichen Verwaltung 20,75 Euro und in der Privatwirtschaft 22,34 Euro gezahlt wurden. Die Zahlen beziehen sich auf das dritte Quartal 2015.

Auch bei gleichen Tätigkeiten würden die Leiharbeitskräfte im Vergleich deutlich schlechter abschneiden. Zudem seien bei ihnen Eingruppierungen in den unteren Gehaltsklassen überaus häufig. Dies führt IAQ-Forscherin Jutta Schmitz auch auf die Struktur der Branche zurück: "Junge, gering qualifizierte und berufsunerfahrene Männer sind genauso wie zuvor arbeitslose Personen deutlich überrepräsentiert." Sie übten außerdem besonders häufig Anlern- und Helfertätigkeiten aus und seien durchschnittlich nur kurz an einer Stelle beschäftigt.

So verwundert es nicht, dass ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Leiharbeitern zusätzlich Grundsicherungsleistungen beantragen muss. Problematisch daran sei, dass damit die Löhne subventioniert würden: "Die aus Steuermitteln getragenen Aufstockungskosten (...) lagen allein im Jahr 2014 bei fast 350 Millionen Euro." Darüber hinaus entstünden ungleiche Wettbewerbsbedingungen, da auf diese Weise gerade die Betriebe unterstützt würden, die die niedrigsten Löhne bezahlen würden.

Möglich werde die schlechtere Entlohnung von Zeitarbeitern aufgrund von Ausnahmen, durch die vom Gleichbehandlungsgrundsatz abgewichen werden könne. Als Beispiel nennt Schmitz Tarifverträge für Leiharbeit, die geringere Stundenlöhne enthalten: "Dieses Schlupfloch und weitere Reformen tragen kaum dazu bei, die Lohnstruktur nachhaltig zu verbessern."

Weitere Informationen zur Auswertung können hier kostenfrei als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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