Nachrichten

10.03.2016

Flüchtlingsintegration in Unternehmen: Schwierig, aber machbar

Viele Betriebe in Deutschland sind zwar grundsätzlich bereit, Flüchtlinge einzustellen. Ihre Integration wird jedoch schwerer als gedacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratung Deloitte sowie eine Befragung des Personaldienstleisters Randstad. Die größte Herausforderung ist die Sprachbarriere, doch gibt es auch in zahlreichen weiteren Bereichen noch Optimierungsbedarf.

So bereiten den Betrieben gesetzliche sowie regulatorische Unsicherheiten ebenfalls Kopfzerbrechen. Auch die Anerkennung von Bildungsabschlüssen sowie kulturelle Unterschiede erschweren nach Ansicht vieler Befragter die Integration. Trotzdem stehen sie der Einstellung und Bindung von Flüchtlingen positiv gegenüber: HR-Abteilungen hätten erkannt, dass Vielfalt eine wichtige Rolle spiele. In Deutschland wurden für die Deloitte-Studie mehr als 200 Führungskräfte, überwiegend aus dem Personalbereich, befragt.

"Für eine gelungene Flüchtlingsintegration müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter sowohl kulturell sensibilisieren als auch juristisch schulen", erklärt Udo Bohdal-Spiegelhoff, Partner Human Capital Advisory Services bei Deloitte. Dabei spiele auch die Entwicklung von Führungskräften eine wichtige Rolle.

Von den 1000 von Randstad befragten Personalleitern antworteten zwar 34 Prozent, dass sie in diesem oder im kommenden Jahr Flüchtlinge einstellen wollen. Die Herausforderungen sahen sie jedoch noch kritischer: 86 Prozent nannten fehlende Sprachkenntnisse als größtes Hindernis, 49 Prozent erkannten in der komplexen Gesetzeslage und dem bürokratischen Aufwand ein Problem. Zudem gaben 46 Prozent an, dass die mangelnde Qualifikation der Flüchtlinge die Integration in den Arbeitsmarkt erschweren könnte.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Aussagen der sieben Prozent, die in den letzten 24 Monaten bereits Flüchtlinge beschäftigt haben oder sie aktuell beschäftigen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sahen hier zwar sogar 55 Prozent als großes Hindernis an. Die Qualifikation aber fiel nicht mehr so schwer ins Gewicht, und die Bereitschaft, weitere Flüchtlinge einzustellen, ist bei ihnen deutlich größer.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


Top-Themen 

   
 Verhaltensbedingte Kündigung –  vermeidbare Fehler!

Verhaltensbedingte Kündigung – vermeidbare Fehler!

Arbeitgeber können bei einer ordentlichen verhaltensbedingten Kündigung viel falsch machen. Das KSchG und eine Menge anderer Gesetze lassen ihnen zum Scheitern ein breites Betätigungsfeld. Die folgenden Kardinalfehler sollten sie aber unbedingt vermeiden. 
 

mehr...

   
 Wir wirken sich Entsendungen auf die bAV aus?

Wie wirken sich Entsendungen auf die bAV aus?

Die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) von Expats sind von Land zu Land unterschiedlich. Für Arbeitgeber ist die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung der bAV daher ziemlich anspruchsvoll. Unser Beitrag zeigt, was Sie wissen und beachten müssen.

mehr...

   
 Digitales Recruiting: Trendige Wege zum Wunschkandidaten

Digitales Recruiting: Trendige Wege zum Wunschkandidaten

Der digitale Wandel birgt große Chancen für Personalverantwortliche, wenn sie für digitale Trends in der Kandidatensuche offen sind. Diese Trends sollten Sie kennen und nutzen. mehr...

   
Altersgrenzen im Arbeitsrecht: So vermeiden Sie Fehler/©studiostocks-Fotolia.com  

Altersgrenzen im Arbeitsrecht: So vermeiden Sie Fehler

Fehler Nr. 3: Die Altersgrenze wird formell falsch vereinbart

Arbeitgeber können sich in der Regel darauf verlassen, dass tarifliche Altersgrenzen formell wirksam vereinbart worden sind. Ist ein Tarifvertrag erst einmal geschlossen, ist es kaum möglich, ihn aus formellen Gründen anzugreifen. Anders sieht es jedoch bei einzelvertraglich vereinbarten Altersgrenzen aus, wie unser Beitrag zeigt. mehr...

   
 Benefits für Vielfahrer: Bahncard, Tankgutschein oder Strom fürs E-Auto?/©Marem-Fotolia.com

Benefits für Vielfahrer: Bahncard, Tankgutschein oder Strom für's E-Auto?

Mit welchem Verkehrsmittel Arbeitnehmer zur Arbeit kommen, kann auch eine Frage des Anreizes sein. Nämlich, wenn Arbeitgeber beispielsweise Bahncard, Tankgutschein oder kostenfreies Aufladen von E-Fahrzeugen als Zusatzleistungen anbieten.  Wir stellen die Vor- und Nachteile der beliebtesten Fringe Benefits für Vielfahrer und Pendler vor. mehr...

   
BAG-Urteil/©rcx-Fotolia.com

BAG-Urteil zur versicherungsvertraglichen Lösung – die Folgen

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat am 19. Mai 2016 ein Urteil zur versicherungsvertraglichen Lösung gefällt und damit eine Jahrzehnte lange Praxis über den Haufen geworfen. mehr...

   
 Abmahnen oder kündigen? – Worauf es ankommt/©cirquedesprit-Fotolia.com

Abmahnen oder kündigen? – Worauf es ankommt  

Als Arbeitgeber müssen Sie sich bei einer arbeitsvertraglichen Pflichtverletzung Ihres Mitarbeiters zwischen Abmahnung und Kündigung entscheiden. Die Abmahnung soll eine spätere Kündigung vorbereiten, die Kündigung das Arbeitsverhältnis beenden. Welcher Weg ist nun der bessere? Unser Beitrag hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen und zeigt Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen. mehr...

   
Überblick für Arbeitgeber: Das ändert sich 2017/© joserpizarro-Fotolia.com

Überblick für Arbeitgeber: Das ändert sich 2017

Ob Mindestlohn, Mutterschutz oder Leiharbeit: Mit dem Jahreswechsel stehen für Arbeitgeber wieder Neuerung an. Die wichtigsten Änderungen für 2017 finden Sie hier im Überblick. mehr...

   
Aufhebungsvertrag/©Jeanette Ditl-Fotolia.com

Aufhebungsvertrag: Wo Licht ist, ist auch Schatten

Ein Arbeitgeber, der ein Arbeitsverhältnis beenden möchte, hat dafür mehrere Möglichkeiten. Er kann kündigen, den Mitarbeiter um eine Eigenkündigung bitten oder einen Aufhebungsvertrag schließen. Jede Maßnahme löst bestimmte Rechtsfolgen aus und birgt gewisse Risiken. Welche bei einem Aufhebungsvertrag zu beachten sind, zeigt der folgende Beitrag. mehr...

 

   
 


Weitere Top-Themen