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19.12.2016

Studie: Die größten Recruitingfehler von Unternehmen

Orthografie-Fehler im Anschreiben oder eine schlechte Vorbereitung lassen die Chancen von Bewerbern flugs sinken. Aber wie sieht es bei den Arbeitgebern aus - in welche Fallen tappen sie bei der Rekrutierung? Dieser Frage ist die Jobbörse Monster in einer Studie nachgegangen. Zu den größten Fehltritten zählen demnach eine schlechte Unternehmenspräsentation und die falsche Ansprache der Kandidaten.

Für die Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg durchgeführt wurde, gaben mehr als 4800 Jobsuchende und Karriereinteressierte Auskunft. "Unternehmen tun gut daran, ihre manchmal jahrelang eingefahrenen Prozesse und Routinen in der Rekrutierung immer mal wieder auf den Prüfstand zu stellen", folgert Marc Irmisch-Petit, Vice President General Manager bei Monster, aus den Ergebnissen. Was früher funktionierte, lasse sich nicht ohne Weiteres auf neue Rekrutierungs-Maßnahmen und -Kanäle übertragen.

Jobsuchende kritisieren Unehrlichkeit, Oberflächlichkeit oder unpassende Ansprache

In der ersten Phase einer Bewerbung komme es darauf an, wie sich die Unternehmen den Kandidaten vorstellen. Rund 80 Prozent der Jobsuchenden hielten Unehrlichkeit, Oberflächlichkeit oder eine unpassende Ansprache für "big failures". Der zweithäufigste genannte Fehler betrifft das Design des Unternehmensauftritts beziehungsweise der Karriere-Website. Schlecht oder nicht funktionierende Technik kritisierten ebenfalls viele der Befragten.

Die meisten Fehler passieren bei der Rückmeldung

Beim Bewerbermanagement passieren der Umfrage zufolge die meisten Fehler bei der Rückmeldung der Unternehmen an die Kandidaten. 75 Prozent mahnten mangelndes Feedback sowie lange Wartezeiten an. Je jünger die Kandidaten sind, desto weniger Geduld bringen sie dabei mit. Auch der Inhalt der Rückmeldungen ist eine Fehlerquelle - etwa, wenn Gründe für die Absage fehlen oder standardisierte Antworten verschickt werden.

Fehler wurden auch bei der Bewerberauswahl und dem Bewerbungsgespräch genannt. Viele befürchten, dass Quereinsteiger durch ein zu enges Raster fallen: Lediglich 36 Prozent bezeichneten die Chancen von Quereinsteigern für einen Job als gut. Die Studienautoren empfehlen, diese Ressource besser zu nutzen und unvoreingenommen nach Qualifikationen auszuwählen.

Die Studie kann hier kostenfrei als PDF-Datei heruntergeladen werden (externer Link).

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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