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11.05.2017

Studie: Arbeitnehmer fühlen sich trotz Stress überwiegend wohl

Zu viele Aufgaben und zu wenig Personal - das ist einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung des Personaldienstleisters Orizon zufolge der mit Abstand häufigste Stressfaktor bei der Arbeit. Obwohl viele Arbeitnehmer über eine hohe physische und psychische Belastung im Job klagen, gaben mehr als 80 Prozent von ihnen an, sich an ihrer aktuellen Arbeitsstätte wohlzufühlen.

Für die Arbeitsmarkt-Studie wurden 2067 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Deutschland befragt. 72,7 Prozent gaben an, dass sie eine hohe Arbeitsbelastung bei zu wenig Personal am meisten stresst. Ärger mit Vorgesetzten oder Kollegen raubten jeweils rund der Hälfte der Befragten den Nerv. Weitere Ärgernisse sind Lärm (40,7 Prozent), geforderte Erreichbarkeit auch außerhalb der Kernarbeitszeiten (30,2 Prozent) und wenig ergonomische Arbeitsplätze und Arbeitsmittel (27,5 Prozent).

Persönliches Stressempfinden ist individuell verschieden

Dass die überwiegende Mehrheit trotzdem gerne zur Arbeit geht, muss kein Widerspruch sein, erklärt Orizon-CEO Dr. Dieter Traub: "Wenn jemand die eigene Tätigkeit als erfüllend ansieht und für entsprechenden Ausgleich sorgt, wird auch ein höheres Stresslevel toleriert." Das persönliche Stressempfinden sei individuell verschieden. Dauerhafter Stress jedoch könne krank machen. Umso bedeutender sei es, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Entspannung und gesunde Ernährung schaffen Ausgleich

In ihrer Freizeit setzt über die Hälfte der Arbeitnehmer dabei auf bewusste Entspannungs- und Erholungsphasen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Für mehr als zwei Drittel sind eine gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung und Sport ebenfalls sehr wichtig. Immerhin 40 Prozent suchen das direkte Gespräch mit dem Chef, um entsprechende Probleme zu thematisieren.

Die Arbeitgeber versuchen vor allem, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen entgegenzuwirken. Danach folgen ergonomische Arbeitsplätze und -geräte sowie Kontrollmechanismen zur Einhaltung von Arbeitszeiten und Pausen. Trotzdem: Knapp die Hälfte der Arbeitgeber ergreift laut Orizon-Studie aus Sicht der Arbeitnehmer gar keine Maßnahmen, um Stress zu begrenzen: "Hier besteht offenbar noch großer Handlungsbedarf in deutschen Büros und Werkshallen."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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