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07.06.2017

Studie: Überschätzen Manager ihre digitalen Fähigkeiten?

Deutsche Top-Führungskräfte haben Nachholbedarf, was ihr Digital-Know-how betrifft. Einer aktuellen Studie zufolge investieren 51 Prozent der Spitzenkräfte gerade mal zwei Stunden pro Woche, um ihr eigenes Wissen und die Fähigkeiten ihres Unternehmens in puncto Digitalisierung zu verbessern.

Das sind die Ergebnisse einer Befragung von mehr als 100 Managern durch die Personalberatung Rochus Mummert. Lediglich 15 Prozent der Manager pflegen des Thema mindestens fünf Stunden wöchentlich während und außerhalb der Arbeitszeit. "Unter den Vorständen und Geschäftsführern betreiben immerhin 22 Prozent diesen zeitlichen Aufwand", wie die Studie "Digital Leadership 2017" weiter zeigt.

Manager sollten mit gutem Beispiel vorangehen

Dabei sollten sie mit gutem Beispiel vorangehen: Geringe digitale Kenntnisse der Mitarbeiter seien die "Achillesferse der deutschen Wirtschaft", schreiben die Berater. Nur ein knappes Drittel der Belegschaften habe einen guten oder sehr guten Überblick, was die Digitalisierung betrifft. Mit 47 Prozent sei der Anteil aber auch im Top-Management sowie der zweiten und dritten Führungsebene zu gering.

Zu wenig Zeit für das Thema Digitalisierung - ist das wahr?

"Die geringe Bereitschaft, sich on- oder off-the-job mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, wird oft damit entschuldigt, dass der operative Alltag einem zu wenig zeitliche Spielräume lasse", erklärt Peter Schoppe, Associate Partner bei Rochus Mummert. Dabei müsse das Thema längst fester Bestandteil des Berufslebens einer Führungskraft sein, um auf die disruptiven Veränderungen der Märkte reagieren, sie nutzen oder sogar vorantreiben zu können.

Spitzenkräfte überschätzen ihr Digital-Know-how

Bei den Vorständen und Geschäftsführern investierten immerhin 40 Prozent zwei bis fünf Stunden pro Woche. "Die Studienergebnisse bestätigen den Eindruck aus der Praxis, dass die erste Ebene in den Unternehmen die Digitalisierung forciert - oder eben forcieren muss." Ein weiterer Grund für den begrenzten Lerneinsatz vieler Manager könnte eine falsche Selbstwahrnehmung sein: Zwei von drei Befragten zählten sich zu den "Digital Leader" ihres Unternehmens. Schoppe: "Leider überschätzen nicht wenige Spitzenkräfte ihre digitalen Fähigkeiten, da sie sich meist nur mit ihren direkten Kollegen und Mitarbeitern vergleichen, statt den Austausch außerhalb der eigenen Organisation zu suchen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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