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07.07.2017

Studie: Beschäftigungsboom erreicht nicht alle Einkommensschichten gleich stark

Die Mitte schrumpft, die Ränder wachsen: Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer Studie herausgefunden hat, ist der Anteil der Bevölkerung in Deutschland mit mittlerem Einkommen zwischen 1995 und 2015 gesunken. Gleichzeitig hat der Anteil der Armutsbedrohten und der Reichen zugenommen. Der Beschäftigungsanstieg der vergangenen Jahre hat nicht alle gleich erreicht.

"Trotz deutlichem Rückgang der Arbeitslosigkeit sind die Einkommen heute ungleicher verteilt als noch vor 20 Jahren", konstatieren die Forscher des DIW. Im Wesentlichen liege das an einer Zunahme der Ungleichheit bis zum Jahr 2005. Des Weiteren sind Niedriglöhne in den unteren Einkommensschichten weiter verbreitet als früher, während in den oberen Einkommensschichten reguläre Arbeitsverhältnisse häufiger geworden sind.

Konkret ist der Anteil derer, die über Einkommen um den Median verfügen, im Beobachtungszeitraum um etwa sechs Prozentpunkte zurückgegangen. 29 Prozent hatten Einkommen, die unterhalb von 77 Prozent des Medians lagen - 1995 waren es lediglich 25 Prozent. "Der Anteil derer mit einem Einkommen über 169 Prozent des Medians ist von 12 auf 14 Prozent gestiegen", heißt es in der Studie weiter.

Parallel dazu habe die Erwerbsbeteiligung in Deutschland seit 1995 erheblich zugenommen, insbesondere bei Frauen und Älteren. Der Anteil der Bevölkerung ohne Arbeit hat sich in der Altersgruppe zwischen 25 und 64 Jahren sogar halbiert. "Andere Trends auf dem Arbeitsmarkt waren eine Zunahme der Lohnspreizung bis 2005 und ausdifferenzierte Arbeitszeiten, mit einer Verbreitung zum Beispiel von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen", erklärt Christian Franz, einer der Studienautoren.

Nötig sei jedoch eine differenzierte Betrachtung: Die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Einkommensverteilung seien nicht eindeutig, sondern die Faktoren wirkten in komplexer Weise zusammen. Die Ergebnisse machten aber deutlich, dass der Beschäftigungsanstieg alleine nicht ausreichen dürfte, um allen in der Gesellschaft Wohlstand und Teilhabe zu ermöglichen, merkt Forscher Marcel Fratzscher an.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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