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23.08.2017

Berufsstart: Direkteinstieg oder besser erst Praktikum?

Absolventen, die nach ihrem Studium zunächst ein längeres Praktikum absolvieren, verdienen später in der Regel weniger als Direkteinsteiger. Das zeigt eine Studie, die auf Daten von Absolventen britischer Universitäten basiert. Auch gegenüber Kommilitonen, die ein Aufbaustudium anschließen, stehen sie finanziell schlechter da. Der Autor rät, Praktika während des Studiums stärker zu fördern.

Angus Holford von der University of Essex und dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) wollte wissen, ob sich die bei Einstiegspraktika gesammelten Erfahrungen und Kontakte später tatsächlich auszahlen. Dafür verglich der Bildungsökonom die Gehälter von Direkteinsteigern mit solchen, die nach dem Studium zunächst ein sechsmonatiges Praktikum absolviert hatten. Er wählte jeweils Individuen aus, die sich in demografischen und sonstigen Merkmalen ähnlich waren.

Direkteinstieg zahlt sich finanziell aus

Die Studie zeigte, dass die Praktikanten drei Jahre nach dem Studium ein um rund 3500 Pfund geringeres Jahresgehalt hatten als die Direkteinsteiger in bezahlte Jobs. "Einbußen ergaben sich auch im Vergleich zu Kommilitonen, die ein Aufbaustudium angeschlossen hatten", heißt es beim IZA weiter. Lediglich im Vergleich zu Absolventen, die nach dem Studium erst einmal auf Reisen gingen oder arbeitslos waren, schnitten die Praktikanten besser ab.

Absolventen von Elite-Unis kommen an bessere Praktika

Darüber hinaus brachte die Untersuchung ans Licht, dass es demografische Unterschiede innerhalb der Gruppe der Praktikanten gibt: Unter anderem fielen die potenziellen Nachteile für Absolventen von Elite-Unis oder Kinder beruflich erfolgreicher Eltern deutlich geringer aus. Für Holford bedeutet das, dass diese Gruppen einen besseren Zugang zu den guten, karrieredienlichen Praktika haben.

Praktika während des Studiums stärker fördern

Der Autor empfiehlt, Studierende transparenter über die Vor- und Nachteile aufzuklären und Praktika während des Studiums stärker zu fördern. Eine frühere Untersuchung des IZA hatte bereits gezeigt, dass studienbegleitende Praktika eindeutig positive Effekte auf die späteren Gehalts- und Karrierechancen haben. In Deutschland seien längere unbezahlte Praktika für Berufseinsteiger ohnehin nicht mehr möglich, seit für sie der Mindestlohn gelte.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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