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30.08.2017

Studie: ITK-Kurse stehen bei Deutschen an dritter Stelle

Fast vier von zehn Bundesbürgern nehmen an Weiterbildungskursen teil, wie eine Untersuchung aus zwei ausgewählten Jahren zeigt. Der Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) bildet dabei die drittgrößte Gruppe: Rund jeder Zehnte hat einen solchen Weiterbildungskurs belegt.

In den Jahren 2009 und 2013 haben 38 Prozent der Bundesbürger an Weiterbildungskursen teilgenommen. An erster Stelle mit 31,3 Prozent stehen Kurse in den Bereichen Soziales und Erziehung, etwa Kurse für Lehrer oder Erzieher. Auf dem zweiten Platz mit 18,4 Prozent befinden sich Kurse im Bereich Wirtschaft und Verwaltung, zum Beispiel Managementseminare. Weiterbildungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) stehen mit 9,5 Prozent an dritter Stelle unter allen belegten Kursen. Es folgen Sprachkurse sowie Weiterbildungen zu Produktion, Verarbeitung und Technik mit jeweils 8,1 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Für die repräsentative Untersuchung wurden mehr als 10 000 Deutsche zwischen 23 und 69 Jahren im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) befragt. Dabei ging es um Weiterbildungskurse, die zu keinem formal anerkannten Abschluss führen.

Von kaufmännischer Software bis zu Java

Im ITK-Bereich wurden 39 Prozent der Weiterbildungen im Bereich kaufmännischer Softwareanwendungen belegt. Hierzu zählen beispielsweise Kurse zum Umgang mit Office-Anwendungen wie Word und Excel. 18 Prozent der Kurse entfallen auf EDV-Dienstleistungen wie Datenschutz oder IT-Sicherheit. 15 Prozent haben Softwareentwicklung und einfache Programmierung zum Gegenstand. Elf Prozent der Weiterbildungskurse beschäftigen sich mit Software in technischen Anwendungsgebieten wie CAD. Neun Prozent thematisieren fortgeschrittene IT-Anwendungen. Darunter fallen unter anderem Kurse in Netzwerktechnik oder in komplexen Programmiersprachen wie Java.

Geringqualifizierte bilden sich generell seltener weiter

Die Studie zeigt, dass Ältere und Geringqualifizierte generell weniger an Weiterbildung teilnehmen als Jüngere und Hochqualifizierte. Betrachtet man nur die Gruppe, die sich an Weiterbildung beteiligen, zeigt sich jedoch, dass IKT-Inhalte bei Geringqualifizierten eine ebenso wichtige Rolle spielen. So liegt der Anteil der Kurse im ITK-Bereich bei Personen mit Hochschulabschluss bei 8,3 Prozent, bei Menschen mit beruflicher Ausbildung bei 9,9 und bei Personen ohne Ausbildung bei 10,2 Prozent. Die Befragten mit Hochschulabschluss belegen häufiger Kurse zu technischen Anwendungen oder fortgeschrittener technischer IT, während jene ohne abgeschlossene Berufsausbildung etwas öfter an Kursen zu einfachen EDV-Dienstleistungen teilnehmen und bei Kursteilnehmern ohne Ausbildungsabschluss mehr Weiterbildungen auf den Bereich der einfachen Programmierung und Softwareentwicklung entfallen. Ein Grund könnte laut Studie darin bestehen, dass besser Ausgebildete bereits über einfache Software- und Programmierkenntnisse verfügen und sich daher eher auf technischere IT-Kenntnisse konzentrieren.

Jüngere belegen ITK-Kurse vor allem aus beruflichem Interesse

Die Untersuchung nach Alter ergibt, dass sich ältere Menschen hauptsächlich im Bereich von grundlegenden IT-Anwendungen weiterbilden. Jüngere konzentrieren sich stärker auf komplexe IT-Inhalte. Auch belegen nur vier Prozent der jüngeren Befragten ITK-Kurse aus rein privatem Interesse, während dies bei den über 50-Jährigen 20 Prozent angeben. Betrachtet man die Teilnahme an IKT-Weiterbildungskursen nach Geschlechtern, ergeben sich zunächst keine gravierenden Unterschiede: Bei den Frauen beträgt der Anteil an solchen Weiterbildungen 8,8 Prozent, bei den Männern 10,4 Prozent. Allerdings gibt es starke Unterschiede in den Weiterbildungsinhalten. Frauen bilden sich wesentlich häufiger in kaufmännischen Softwareanwendungen weiter und Männer beschäftigen sich öfter mit fortgeschrittenen IT-Anwendungen und Programmiersprachen.

Die Studienergebnisse stehen hier als Kurzbericht zum Download bereit.

Quelle: Personalwirtschaft.de


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