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25.09.2017

Studie: Diversität im Einkauf zahlt sich aus

Diversität rechnet sich - zumindest im Einkauf. Einer neuen Studie zufolge sind die Einsparungen dort am größten, wo der Anteil männlicher und weiblicher Beschäftigter weitgehend ausgeglichen ist. Bei der Förderung der Vielfalt hinkt Deutschland jedoch hinterher. Mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen verfügt über Mentoring-Programme, in Deutschland liegt die Quote bei 29 Prozent.

An der Befragung der Strategieberatung Oliver Wyman und des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) nahmen 182 Führungskräfte aus dem Einkauf europäischer Unternehmen teil, die Hälfte davon aus Deutschland. Demnach reduzieren Unternehmen mit einem Frauenanteil von weniger als 20 Prozent ihre Kosten im Einkauf nur um gut drei Prozent pro Jahr, während es bei diversen Teams mit einer Frauenquote von 40 bis 50 Prozent im Durchschnitt 5,7 Prozent pro Jahr sind. Finja Carolin Kütz, Deutschlandchefin von Oliver Wyman, bezeichnet dieses Ergebnis als "Meilenstein".

Mit 37 Prozent liegt der Anteil weiblicher Beschäftigter im Einkauf in Deutschland derzeit allerdings acht Prozentpunkte unter den nationalen Durchschnittswerten. Noch größer ist die Lücke im Management: Nur 14 Prozent der Managementpositionen sind mit Frauen besetzt, europaweit sind es gut 30 Prozent.

Einige Unternehmen fördern die Diversität durch Initiativen, heißt es in der Studie weiter. Dabei hätten flexible Arbeitszeiten und eine entsprechende Unternehmenskultur besonders hohe Bedeutung. Bei den Mentoring-Programmen liegt Deutschland jedoch deutlich unter dem europaweiten Durchschnitt. Eine ähnlich große Diskrepanz zeigt sich bei der verpflichtenden Berücksichtigung zumindest einer Kandidatin bei Beförderungen.

Auch der Aufbau eines Kennzahlensystems, um Fortschritte bei der Diversität zu messen, steckt bei vielen deutschen Unternehmen noch in den Kinderschuhen. "Es gilt der alte Grundsatz: Was man nicht messen kann, kann man nicht steuern", kommentiert Rainer Münch, Einkaufsexperte bei Oliver Wyman, das Ergebnis. Insbesondere das Management müsse Diversität aktiver leben, als Vorbild fungieren und gezielt Initiativen fördern, die direkt auf die Verbesserung der Diversität ausgerichtet sind, rät er.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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