Nachrichten

06.10.2017

Introvertierte scheuen Führungsrollen - zu Unrecht

Viele Introvertierte scheuen Führungsrollen, weil sie denken, dass sie die neue Aufgabe stresst und sie sich damit nicht wohlfühlen. Bisher ging die Forschung davon aus, dass sich Extrovertierte, denen solche Bedenken fremd sind, besser eignen. Eine Studie zeigt nun, dass Introvertierte die Rolle aufgrund ihrer Qualitäten mindestens ebenso gut ausfüllen können.

An der Untersuchung der Queensland University of Technology nahmen 184 Business-Studenten teil. Die Forscher nahmen sowohl ihre Charaktereigenschaften als auch ihr Verhalten als Führer in einer kleinen Gruppe unter die Lupe. Zuvor hatten Studien bereits gezeigt, dass der Grad an Intro- oder Extrovertiertheit auch Einfluss auf die Karriere hat. Die Ruhigeren besetzen beispielsweise weniger Führungspositionen, ob auf formalem Weg oder in informellen Gruppen.

Die Forscher fanden heraus, dass es eine wichtige Rolle spielt, was Introvertierte in Bezug auf ihre Führungsrolle denken. Wenn sie negative Emotionen wie Angst oder Sorgen fürchteten, hielt sie dies stark davon ab, sich tatsächlich wie eine Führungskraft zu verhalten. Extrovertierte zeigten weniger dieser negativen Gedanken.

Leise Menschen können laute auch übertreffen

Nur weil Introvertierte von sich selbst nicht erwarten, Führungsrollen ausfüllen zu können, heißt das nicht, dass sie nicht erfolgreich darin sein können, stellen die Wissenschaftler klar. Bisher war es verbreitete Meinung, dass sich Extrovertierte eher für Spitzenpositionen eignen - unter anderem, weil sie dominant, selbstbewusst und überzeugend auftreten. Die Forscher mahnen ein Umdenken an, denn Introvertierte haben ebenfalls viele Stärken wie das Zuhören oder tiefgründiges Denken. In manchen Führungssituationen übertreffen sie die Lauten sogar - etwa, wenn es um das Managen proaktiver Teams geht.

Denkweise der Introvertierten ändern

Es sei möglich, die Denkweise der Introvertierten über ihre Führungsqualitäten zu verändern. Zudem ist auch bekannt, dass sie extrovertiertes Verhalten durchaus auch genießen können, wenn sie zu solchem aufgefordert werden. Die Herausforderung sei nicht, resümieren die Forscher, Introvertierte zu Extrovertierten zu machen, sondern sie dabei zu unterstützen, stärker an ihre eigenen Führungskompetenzen zu glauben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen