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25.10.2017

Führungskräfte sind nach dem Jobwechsel oft frustriert

Den Jobwechsel längst bereut und unzufrieden mit der neuen Stelle: Laut einer aktuellen Studie trifft das auf mehr als ein Viertel der Manager und Geschäftsführer zu, die sich von der Frankfurter Baumann Unternehmensberatung Executive Search befragen ließen - je nach Wirtschaftszweig und Altersgruppe steigt dieser Wert sogar noch an.

236 Führungskräfte aus den Branchen Automobil und Transport, Gesundheit, IT, Logistik und Maschinenbau haben im August 2017 an der Online-Studie "Jobwechsel - und dann?" teilgenommen. Besonders im IT-Bereich sind viele nach dem Stellenwechsel oft desillusioniert, wie 37 Prozent der Befragten angaben. Im Vergleich der Altersgruppen sind es primär die 30- bis 39-Jährigen, von denen sich 36 Prozent vom neuen Arbeitsplatz enttäuscht zeigen.

Wenn Unternehmen es versäumen, sich um die Zufriedenheit leitender Angestellten zu kümmern oder die Ursachen für Frustration zu klären, kann dies unerwünschte Konsequenzen haben, wie die Studienergebnisse nahelegen: "Unzufriedene Führungskräfte sind häufig auf dem Sprung und aufgeschlossen gegenüber Stellenangeboten der Konkurrenz. Da sie wichtige Schlüsselpositionen bekleiden, hinterlassen sie bei einem erneuten Wechsel erfolgskritische Lücken."

Beim Gehalt bleiben die Erwartungen oft unerfüllt

Besonders beim Gehalt bleiben die Erwartungen oft unerfüllt, wie 60 Prozent der befragten Führungskräfte zugeben. Liegt der Jobwechsel mehr als sechs Jahre zurück oder sind die Befragten über 50 Jahre alt, steigt diesbezüglich die Unzufriedenheit: "Bei längerer Unternehmenszugehörigkeit ist es schwierig, große Gehaltssprünge auszuhandeln. Oftmals ist in dieser Situation ein Jobwechsel die einzige Möglichkeit, deutlich besser bezahlt zu werden", so die Studienmacher. Demnach besteht also die Gefahr, dass gerade routinierte Leistungsträger eine Firma wieder verlassen.

Jüngere beklagen die Arbeitsbelastung

In der Altersgruppe unter 40 Jahren wird vor allem die Arbeitsbelastung beklagt: "Hier schlägt sich in vielen Fällen ein unerwartet hohes Arbeitspensum nieder. Es zeigt sich aber auch eine Besonderheit einer jungen Managergeneration, die häufig nicht mehr bereit ist, sich unter Zurückstellung ihres Privatlebens so in die Arbeit zu stürzen, wie dies die Jahrgänge vor ihr getan haben."

Anforderungen an Führungskräfte sind gestiegen

Auch die gestiegenen Anforderungen an Führungskräfte werden deutlich: Neben Mitentwicklung der Unternehmensstrategie und Weiterentwicklung der Mitarbeiter wird von ihnen erwartet, neue fachliche Akzente zu setzen, wie 41 Prozent der Studienteilnehmer angeben, 45 Prozent fühlen sich beim Vorantreiben von Innovationen in der Pflicht.

Potenzial weiblicher Führungskräfte besser nutzen

Ein weiteres Ergebnis: "Unternehmen sollten das ebenso große Potenzial weiblicher Führungskräfte besser für sich nutzen", denn Frauen in leitender Position werden laut Befragung nur zu 32 Prozent in Innovationsprozesse eingebunden - gegenüber 51 Prozent ihrer männlichen Kollegen. Und bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie sehen sich lediglich 24 Prozent der weiblichen Führungskräfte gefordert, während bei den Männern immerhin 42 Prozent gefragt sind.


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