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17.11.2017

Studie: Im gewerblichen Arbeitsmarkt gelten besondere Spielregeln

Viele Unternehmen richten ihre Recruiting-Aktivitäten vornehmlich auf Akademiker aus. Eine Studie hat nun den außerakademischen Arbeitsmarkt ergründet - und teilweise signifikante Unterschiede bei den Wünschen und Interessen der Arbeitnehmer entdeckt. Arbeitgeber sollten ihre Positionierung zielgruppengerecht anpassen, wenn es um sogenannte Blue Collar Worker wie Pflegekräfte oder Logistiker geht.

Für die Analyse haben das Marktforschungsinstitut Trendence und mobilejob.com insgesamt 2971 Arbeitnehmer in Deutschland befragt. Am zufriedensten mit ihrem Job zeigten sich Vertriebler, während Beschäftigte in Logistik- und Call Center-Unternehmen am unzufriedensten waren. Hauptgründe dafür waren eine geringe Bezahlung, fehlende Mitbestimmung sowie schlechte Arbeitszeiten.

Im akademischen Bereich seien vor allem Lösungen gefragt, die sich um die Attraktivität der Aufgabe, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten sowie um eine ausgewogene Work-Life-Balance drehen, heißt es in der Studie weiter. Dagegen geht es im gewerblichen Bereich vor allem um monetäre Anreize: Für 68 Prozent ist ein 13. Monatsgehalt wichtig, für 71 Prozent Urlaubsgeld und für 72 Prozent Weihnachtsgeld. Vermögenswirksame Leistungen, Zuschüsse zu medizinischen Leistungen oder Fahrtkosten seien für die Mehrheit dagegen uninteressant.

Kompetent, fair und verlässlich - so sollten Führungskräfte sein

Was die nötigen Eigenschaften von Führungskräften im gewerblichen Umfeld betrifft, steht die fachliche Kompetenz für die Befragten an erster Stelle, gefolgt von Fairness und Verlässlichkeit. Emotionale Faktoren wie Einfühlsamkeit oder Härte spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Chefs scheinen ihre Sache im Großen und Ganzen gut zu machen: Als Grund für Unzufriedenheit mit ihrem Job gab nur ein Viertel der Befragten ihren Vorgesetzten an.

Employer Brands zu sehr auf Akademiker ausgerichtet

"Wenn Arbeitsmarktexperten über den Fachkräftemangel in Deutschland diskutieren, wird vielfach vergessen, dass die meisten Arbeitgeber der Schuh vor allem im Blue Collar Bereich drückt", resümiert Steffen Manes, Geschäftsführer von mobilejob.com. Sie hätten ihre Employer Brands aber oft hauptsächlich an den Bedürfnissen akademischer Kandidaten ausgerichtet. Diese Positionierung sollten sie zielgruppengerecht anpassen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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