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28.11.2017

Datenspezialisten und Informatiklehrer verzweifelt gesucht

In Deutschland fehlen 95.000 Datenspezialisten sowie 24.000 Lehrer für ein Pflichtfach Informatik. Zudem gibt es immer weniger MINT-Studienanfänger im Lehramt. Das sind Kernergebnisse einer Studie des Stifterverbands und der Beratung McKinsey.

"Unser Hochschulbildungssystem bewegt sich grundsätzlich in die richtige Richtung, aber nicht schnell genug", sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. So sei die Anzahl der Studienanfänger in den MINT-Fächern außer in den Lehramtsstudiengängen zwar gestiegen. Es mangele aber weiter an Informatik-Studierenden und MINT-Studentinnen. Für die Unternehmen ist dieser Mangel an Fachkräften ein deutlicher Wettbewerbsnachteil.

Mehr Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen hilfreich

Die Autoren des Hochschul-Bildungs-Reports raten, Data-Science-Education-Programme für Bachelorstudiengänge an Hochschulen, die grundlegende Datenanalysefähigkeiten für sämtliche Fächer vermitteln, für alle Studierenden einzuführen. Außerdem sollte es mehr gezielte Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen bei der Vermittlung von Datenanalysekompetenzen geben, beispielsweise durch Hackathons.

Mangel an Informatiklehrern an Schulen spürbar

Aber auch auf die Schulen wirkt sich der Mangel an Informatikstudierenden aus, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Derzeit betrage der Anteil der Lehramtsstudierenden, die Informatik als erstes, zweites oder drittes Studienfach wählen, nur 1,6 Prozent. "Für die Einführung eines Wahlfaches Informatik und Programmieren in Sekundarstufe I und II wären 4.000 zusätzliche Informatiklehrer nötig", so McKinsey-Seniorpartner Jürgen Schröder. Für die Einführung eines Pflichtfaches Informatik von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II nach britischem Modell wären es sogar rund 24.000.

Bildungspotenzial von Flüchtlingen zu wenig genutzt

Des Weiteren plädieren der Stifterverband und McKinsey dafür, das Bildungspotenzial von Flüchtlingen stärker zu nutzen. 2020 werden in deutschen Hochschulen bis zu 40.000 Flüchtlinge eingeschrieben sein. Es könnten aber doppelt so viele sein, wenn Faktoren wie fehlende Sprachkenntnisse, gesundheitliche Probleme und finanzielle Hürden beseitigt würden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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