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29.11.2017

Studie: Späte Bildschirmarbeit raubt den Schlaf

Wer noch spät vor einem Bildschirm sitzt, schläft weniger und schlechter. Das ist das Ergebnis einer Studie auf Basis des für Deutschland repräsentativen Sozio-oekonomischen Panels. Vor allem Menschen zwischen 18 und 30 Jahren sind betroffen. Wer morgens ausschlafen kann, hat dagegen keine Nachteile. Die Forscher wünschen sich insgesamt mehr Aufklärung über die Folgen der Nutzung digitaler Medien.

Der Studie zufolge ist es egal, ob es sich um einen Computer, ein Smartphone, eine Playstation oder den Fernseher handelt: Wer dank eines schnellen Internet-Zugangs noch spätabends vor einem Bildschirm sitzt, schläft signifikant weniger und ist insgesamt weniger zufrieden mit seinem Schlaf.

Die Daten des Panels zeigten, dass Erwachsene im Alter von 18 bis 59 Jahren unter der Woche im Durchschnitt etwa 6,8 Stunden schlafen und am Wochenende 7,9 Stunden. Als gesund gilt aus der Sicht von ExpertInnen eine Schlafdauer von 7 bis 9 Stunden. Die Forscher analysierten unter anderem die Angaben von mehr als 24.000 Menschen, die zwischen 2008 und 2012 wiederholt unter anderem zu ihrer Schlafdauer und -zufriedenheit befragt wurden.

Nutzer mit DSL-Zugang schlafen weniger als Menschen ohne Anschluss

Im Ergebnis schliefen Nutzer mit einem schnellen DSL-Zugang im Durchschnitt 25 Minuten pro Nacht weniger als Menschen ohne DSL-Anschluss. Zudem empfanden sie ihren Schlaf signifikant häufiger als unzureichend und weniger zufriedenstellend als andere. "Besonders der Schlaf jüngerer Menschen unter 30 Jahren, die einen DSL-Anschluss nutzen, ist gefährdet", sagt einer der Autoren, der Ökonom Luca Stella von der Bocconi-Universität in Mailand. So würden die 18 bis 30-Jährigen im Schnitt 70 Minuten weniger als Gleichaltrige ohne DSL-Zugang schlafen.

Wer nicht früh aufstehen muss, kann Schlafmangel kompensieren

Gute Nachrichten gab es hingegen für die Menschen, die morgens nicht früh aufstehen mussten: Ihr Schlaf wurde durch die Mediennutzung zu später Stunde nicht beeinträchtigt. Der Grund: Sie können den fehlenden Schlaf vom Vorabend durch Ausschlafen am nächsten Morgen ausreichend kompensieren. Insgesamt betrachtet wünschen sich die Forscher eine bessere Aufklärung darüber, wie die Nutzung digitaler Medien zu später Stunde den Schlaf und damit die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen kann.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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