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23.01.2018

Studie: Viele Söhne verdienen mehr als ihre Väter

63 Prozent der westdeutschen Söhne der Jahrgänge 1955 bis 1975 erzielen ein zum Teil deutlich höheres Einkommen als ihre Väter. Vor allem Söhnen mit Vätern aus dem untersten Einkommensbereich gelang besonders häufig der soziale Aufstieg, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. In Deutschland herrscht damit eine höhere Einkommensmobilität als beispielsweise in den USA.

Die Untersuchung beschränkte sich aus methodischen Gründen auf männliche Nachkommen in Westdeutschland: Nur für diese Gruppe lagen Zahlen über einen hinreichend langen Zeitraum vor, die dazu weitgehend frei von erwerbsbiografischen Brüchen waren. Insgesamt widerlegt die Studie die These, dass es in Deutschland vor allem eine Frage des Elternhauses ist, wie weit es Kinder im Leben bringen.

Bei der absoluten Einkommensmobilität steht im Mittelpunkt, welche realen Einkommensunterschiede es zwischen Eltern und ihren Kindern in vergleichbaren Lebensabschnitten gibt. Es zeigte sich, dass etwa 63 Prozent der Söhne in Deutschland ein höheres Arbeitseinkommen als ihre Väter haben. Besonders deutlich fielen die Ergebnisse am unteren Ende der Einkommensskala aus: Rund 90 Prozent der Söhne von Vätern aus dem niedrigsten Einkommensviertel erreichen ein höheres Einkommen als ihre Väter.

Die relative Mobilität erklärt dagegen, inwiefern Kinder im gesellschaftlichen Einkommensgefüge besser oder schlechter dastehen als ihre Eltern. "Hier ist das Ergebnis ebenfalls deutlich: Gehört der Vater zum untersten Einkommensviertel, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es der Sohn in ein höheres Einkommensviertel schafft, bei 60 Prozent." Sind die Väter Teil des obersten Einkommensviertels, gelinge es nur 46 Prozent der Söhne, die Position zu halten.

Die Ergebnisse weisen dem Studienautoren zufolge darauf hin, dass Deutschland bei den Einkommen deutlich durchlässiger ist als oft behauptet. Im internationalen Vergleich lande die Bundesrepublik im Mittelfeld. Ein Vater "vererbt", verkürzt gesagt, knapp 32 Prozent seines Einkommensstatus an den Sohn. In skandinavischen Ländern wie Norwegen oder Dänemark ist die Abhängigkeit deutlich geringer, in den USA, Großbritannien oder Frankreich indes merklich höher.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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