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12.03.2018

Wegen Fachkräftemangels: Arbeitgeber umwerben Freelancer

In Zeiten zunehmender Arbeitsflexibilisierung scheint die Freiberuflichkeit immer mehr an Attraktivität zu gewinnen. Die Anzahl der Suchen nach solchen Jobs hat sich zwischen 2015 und 2017 mit 94,7 Prozent nahezu verdoppelt, wie das Indeed Hiring Lab herausfand. Die Unternehmen haben bereits reagiert und schreiben vor allem in vom Fachkräftemangel betroffenen Sparten mehr Freelancer-Jobs aus.

Für die Studie wurden bundesweite Stellenausschreibungen und Jobsuchen aus den vergangenen zwei Jahren ausgewertet. An der Spitze stehen mit weitem Abstand Softwareentwickler, deren Anteil an allen Freelance-Jobs 17,4 Prozent beträgt, und andere IT-Spezialisten (15 Prozent). Aber auch in anderen Bereichen werden Freiberufler zunehmend umworben, etwa im Vertrieb (5,1 Prozent) oder im Projektmanagement (4,2 Prozent). 3,9 Prozent der ausgeschriebenen freiberuflichen Tätigkeiten richteten sich an Dozenten, Lehrer oder Trainer.

"Unsere Analyse zeigt, dass es offenbar gute Gründe für eine freiberufliche Tätigkeit gibt", sagt Annina Hering, Economist bei Indeed. Dazu können nicht nur das Honorar zählen, sondern auch der Wunsch nach Selbstverwirklichung, eine bessere Work-Life-Balance oder mehr Freiheit. Unternehmen suchten vor allem dann nach Freelancern, wenn es sich um Profile handelt, die sie ihrer Erfahrung nach nur äußerst schwer von einer Festanstellung überzeugen können.

Ein auffälliges Ergebnis der Analyse war, dass 23,4 Prozent der Freelancing-Stellen alternativ auch als Festanstellung ausgeschrieben wurden. Das betrifft vor allem die Softwareentwickler (23,3 Prozent), IT-Fachkräfte allgemein (15,5 Prozent) sowie Pflegekräfte, die laut Indeed 8,3 Prozent der sowohl fest als auch frei ausgeschriebenen Vakanzen ausmachten. Dieses Vorgehen sei offenbar auch eine Strategie, mit der viele Unternehmen dem Arbeitskräftemangel begegnen, so Annina Hering weiter.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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