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20.03.2018

Studie: Weibliche Erwerbsarbeit ist von systematischen Abwertungen betroffen

Am vergangenen Sonntag war Equal Pay Day. Bis dahin haben Frauen statistisch gesehen lediglich die geschlechtsspezifische Lohnlücke abgearbeitet. Dazu wurden nun neue Forschungsergebnisse präsentiert: So konnte erstmals statistisch nachgewiesen werden, dass weibliche Erwerbsarbeit von systematischen Abwertungen betroffen ist. Die Forscherinnen sehen "zentralen politischen Handlungsbedarf".

Um die Ursachen der Verdienstlücke zu ergründen, haben Wissenschaftlerinnen vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) ein neues Arbeitsbewertungsverfahren entwickelt, den Comparable Worth-Index. Er erfasst nicht nur Wissen und Können, sondern unter anderem auch psychosoziale und physische Arbeitsanforderungen.

Es zeigte sich, dass die Anforderungen und Belastungen in sogenannten Frauenberufen geringer entlohnt werden als in Männerberufen. Außerdem wurde die Arbeitsleistung von Frauen im Allgemeinen geringer honoriert als die von Männern. IAQ-Forscherin Sarah Lillemeier: "Hier können wir erstmals statistisch nachweisen, dass weibliche Erwerbsarbeit von systematischen Abwertungen betroffen ist." Das bedeute, dass sie, gemessen an den Anforderungen und Belastungen, vergleichsweise geringer entlohnt wird als männliche Erwerbsarbeit.

Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern nimmt in vergleichbaren Berufen mit steigendem Anforderungsniveau zu, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Die Zunahme der beruflichen Anforderungen und Belastungen führte zu je einem Verdienstzuwachs von mehr als 6 Prozent bei den Männern und weniger als 5 Prozent bei den Frauen.

Am konkreten Beispiel wird deutlich, warum die Forscherinnen politischen Handlungsbedarf, insbesondere bei der Aufwertung von personennahen Dienstleistungen, sehen: So hätten Frauen in der Altenpflege nach dem CW-Index vergleichbar hohe Anforderungen zu bewältigen wie Beschäftigte in IT- und Technikberufen. Durchschnittlich wird in der Altenpflege aber nur ein Stundensatz von 14,42 Euro bezahlt, während er bei Beschäftigten im Technik- und IT-Bereich zwischen 25,72 Euro und 27,92 Euro liegt.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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