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11.05.2018

Führungspositionen: Mehr weibliche Bewerbungen erwünscht

Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beträgt hierzulande der Anteil weiblicher Führungskräfte nur 29 Prozent, obwohl 45 Prozent aller Beschäftigten Frauen sind - dennoch könnte der geringe Frauenanteil in Führungsetagen schlichtweg an fehlenden Bewerbungen liegen.

Unter allen Bewerbungen um Führungspositionen werden nämlich nach den Ergebnissen der IW-Untersuchung lediglich 32 Prozent von Frauen eingereicht - das entspricht aber bereits annähernd dem Gesamt-Anteil weiblicher Beschäftigter in den Führungsebenen, dieser fällt für die Bereiche Metall- und Elektro-Industrie sogar noch größer aus. Andererseits bewerben sich in mehr als vier von 10 Unternehmen Frauen nur zu jeweils 10 Prozent auf die Stellen in leitender Funktion.

Im Rahmen des Personalpanels befragte das IW rund 1.200 Geschäftsführer und Personalverantwortliche. "Der geringe Anteil von weiblichen Bewerbern um Führungspositionen macht deutlich, dass politische Quotenregelungen in diesem Bereich am Ziel vorbeigehen", erklärt ein IW-Experte. "Stattdessen sollte man das Augenmerk darauf legen, Hindernisse zu beseitigen, die Frauen möglicherweise von einer Bewerbung abhalten." Nachholbedarf gebe es beispielsweise primär bei der Verbesserung von Kinderbetreuung, deren Qualität und flächendeckender Ausbau für Frauen immer noch besonders wichtig sei.

"Um das Potenzial möglicher Führungskräfte voll auszuschöpfen, sind kreative Lösungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Ansatz", so die Expertenmeinung. Gefragt seien daher flexible Arbeitszeitmodelle, etwa die Möglichkeit, Führungspositionen auch in Teilzeit auszuüben. Trotz der steigenden zeitlichen Anforderungen an Beschäftigte in verantwortungsvoller Stellung sei dies in 20 Prozent aller Unternehmen bereits eine realistische Option, wie die Studienergebnisse des IW zeigen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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