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28.05.2018

Studie: Den "typischen Mittelständler" gibt es nicht

Wie geht der Mittelstand mit Themen wie Digitalisierung, Diversity und Fachkräftemangel um? Das beantworten die Beratung EY und das Demographienetzwerk ddn in einer neuen Studie, die zeigt, dass sich die mittelgroßen Unternehmen nicht über einen Kamm scheren lassen. Ihr größter Trumpf ist ihre Flexibilität, während das Ausbildungsniveau an Schulen und Hochschulen eher kritisch gesehen wird.

Für die Studie Black Box Mittelstand wurden ausführliche Tiefeninterviews mit 30 Inhabern und Geschäftsführern mittelgroßer Unternehmen geführt. Dort laufe aufgrund der Struktur und Kultur "vieles richtig, was Großunternehmen nach einer gewissen Zeit oft wieder neu erlernen müssen", sagt Dr. Eva Voß von EY. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die die Befragten in ihren Unternehmen ausdrücklich bevorzugten.

Die Bandbreite im Mittelstand ist groß. So bewerteten die Studienteilnehmer sehr unterschiedlich, inwieweit das eigene Unternehmen oder Geschäftsmodell von der Digitalisierung betroffen ist. Effizienzsteigerungen bei administrativen Prozessen sind weit verbreitet, während etwa im handwerklich-gewerblichen Umfeld technische Lösungen vielfach noch nicht ausgereift oder Kunden nicht bereit dafür sind. Insgesamt sahen aber mehr als zwei Drittel der Befragten in der Digitalisierung Wachstumschancen.

Dem Fachkräftemangel können indes auch sie nicht entgehen. Hier zeige sich ein "Run for Experience": Die Betriebe intensivieren ihre Bemühungen, erfahrene Mitarbeiter zu halten oder ältere Bewerber zu rekrutieren. Gleichzeitig komme der Wertewandel der jüngeren Generation in den Unternehmen an, der Ansprüche steigen und die Loyalität sinken lasse.

Zum Ausbildungsniveau von Schulen und Hochschulen äußerten sich die Befragten kritisch, ebenso wie über den Trendbegriff Diversity. Er ist entweder unbekannt oder wird eher als akademisches Konzept denn als Element der Personalstrategie wahrgenommen, heißt es in der Studie weiter. Vielfalt wird aber bejaht: Die Befragten waren sich einig, dass die Fähigkeit zur Innovation künftig mehr unterschiedliche Beschäftigte benötigt. Die Berater empfehlen angesichts der Ergebnisse, Diversity-Konzepte stärker praxisorientiert auszurichten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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