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01.08.2018

Weniger Gehalt für Führungskräfte bei vorheriger Teilzeit

Bei vollzeitbeschäftigten Führungskräften in der Privatwirtschaft betrug der geschlechterspezifische Lohnunterschied (Gender Pay Gap) zwischen 2010 und 2016 im Schnitt rund 30 Prozent. Einer der Hauptgründe dafür ist die bisherige Berufserfahrung in Vollzeit, fand das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) heraus. Die Experten raten Arbeitgebern zur Gewährung von mehr Zeitsouveränität.

Datengrundlage der Studie ist die repräsentative Wiederholungsbefragung SOEP, kurz für: Sozio-oekonomisches Panel. Demnach sind Frauen unter den vollzeitbeschäftigten Führungskräften in Deutschland mit 28 Prozent nicht nur unterrepräsentiert, sondern auch unterbezahlt: Während sie einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 20,60 Euro erzielten, lag der Wert bei den Männern bei 29,30 Euro.

"Sieben Prozentpunkte der Verdienstlücke gehen dabei auf Unterschiede bei der Berufserfahrung in Vollzeit zurück", schreiben die Forscher. Das entspreche fast einem Viertel des gesamten Gender Pay Gap. Wer nicht durchgängig Vollzeit gearbeitet hat, verdient demnach in der Folge als Führungskraft weniger. Zehn Prozentpunkte der Verdienstlücke sind des Weiteren auf Unterschiede im Humankapital zurückzuführen, sieben Prozentpunkte auf Unterschiede in der Sozialstruktur. Unter dem Stich sei der Gender Pay Gap in Führungspositionen deutlich höher als im Schnitt aller Beschäftigten.

"Es sind immer noch typische ,männliche' Arbeitszeitarrangements, die den Standard insbesondere in Führungspositionen bilden", sagt Ko-Autorin Anne Marquardt. Dazu zählt sie Aspekte wie überlange Vollzeitarbeit, dauerhafte Präsenz, Reisebereitschaft und lückenlose Erwerbstätigkeit. Viele Frauen hätten im Laufe ihres Erwerbslebens aber Teilzeit gearbeitet, vor allem in der Phase der Familiengründung.

Arbeitgeber könnten zu mehr Chancengleichheit beitragen, wenn sie sowohl Frauen als auch Männern in Führungspositionen mehr zeitliche Flexibilität gewährten, so Studienleiterin Elke Holst. Dies habe auch Vorbildcharakter für die anderen Beschäftigten und erhöhe die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber. "Aber das erfordert einen richtigen Kulturwandel", hebt Holst hervor.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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