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08.01.2019

Henkel führt DAX 30 in Sachen Geschlechtervielfalt an

Saubere Leistung: Der Konsumgüterhersteller Henkel ist in puncto Geschlechtervielfalt der stärkste der 30 DAX-Konzerne. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratung Boston Consulting Group (BCG) und der TU München. Im Wettbewerb der 100 größten börsennotierten Unternehmen stehen nur noch die Aareal Bank, der Mobilfunkanbieter Telefónica und der Finanzdienstleister Grenke vor ihm.

Für die Studie wurden sowohl die Verteilung der Geschlechter im Vorstand und Aufsichtsrat wie auch die Vergütung der Mitglieder in beiden Gremien analysiert. Von 100 möglichen Punkten erreichte Henkel 74. Alles in allem zeigen sich die Autorinnen aber nur mäßig zufrieden mit den Ergebnissen: "Insgesamt verbessert sich der Anteil der Frauen in Führungspositionen nur langsam", schreibt Rocío Lorenzo, Partnerin bei BCG. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit dauere es noch beinahe neun Jahre bis zu einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis in deutschen Aufsichtsräten - in Vorständen sogar vier Jahrzehnte.

Acht der zehn bestplatzierten Unternehmen aus dem Vorjahr landeten auch 2018 wieder in der Top 10. Die Konstanz deute darauf hin, dass geschlechterdiverse Führungsstrukturen nachhaltig sind und sich in der Unternehmenskultur verfestigen, so Lorenzo weiter. Neben Henkel schnitten von den DAX-Konzernen auch Lufthansa, der Chemiekonzern Merck und die Deutsche Börse gut ab. Anders sah es über den gesamten Index bei Delivery Hero, dem Software-Anbieter Nemetschek und dem Internet-Provider United Internet aus: Hier war zum Zeitpunkt der Erhebung weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat eine Frau vertreten.

Jungen Firmen wird zwar oft nachgesagt, dass sie hinsichtlich der Geschlechtervielfalt besonders aufgeschlossen und fortschrittlich sind, berichtet die Beratung weiter. Das ließ sich jedoch nicht belegen: Sie schnitten weder wesentlich besser noch wesentlich schlechter als Traditionsunternehmen ab.

"Unternehmen sollten erkennen, dass Vielfalt dem Unternehmenserfolg dient", hebt Isabell Welpe von der TU München hervor. Zu oft sei Diversität bisher noch ein reines Image-Thema für Konzerne. Dabei lasse sich eine enge Korrelation von Vielfalt in Führungsteams und der Innovationskraft von Unternehmen nachweisen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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