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09.01.2019

Grundkompetenzen hängen nicht nur mit formaler Bildung zusammen

Formal Geringqualifizierten werden oft auch mangelnde Grundkompetenzen unterstellt. Das trifft zumindest in dieser Pauschalität nicht zu, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): Grundkompetenzen wie Lesen scheinen auch mit anderen Faktoren zusammenzuhängen. Stehen sie einer Weiterbildung aber tatsächlich im Wege, könnten vorgeschaltete Fördermaßnahmen helfen.

Der IAB-Bericht bezieht sich auf Daten von 28- bis 72-Jährigen, die vom Nationalen Bildungspanel des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe bereitgestellt wurden. In Deutschland besitzt demnach ein Siebtel der Bevölkerung in der betrachteten Altersspanne keinen formalen Berufsabschluss. Frauen sind im Schnitt häufiger formal geringqualifiziert: Während bei ihnen die Quote fast neun Prozent beträgt, sind es bei den Männern nur etwa fünf Prozent. Bei den Altersgruppen unter 35 Jahren liegt der Anteil geringqualifizierter Männer aber über dem der Frauen.

Die Forscher gingen der Frage nach, ob unzureichende Grundkompetenzen damit zusammenhängen, dass kein berufsqualifizierender Abschluss erworben wurde. Es zeigte sich unter anderem, dass ein erheblicher Teil der Geringqualifizierten, rund 50 Prozent, über mittlere, überdurchschnittlich hohe oder sogar höchste Grundkompetenzwerte im Bereich Lesen verfügt. Bei den IKT-Kompetenzen hatten allerdings gleichfalls 55 Prozent der Geringqualifizierten nur "niedrigste oder niedrige Kompetenzen".

Insgesamt sei die Wirkungsrichtung unklar: "So könnten einerseits unzureichende Lesefertigkeiten einem berufsqualifizierenden Abschluss im Wege stehen. Andererseits könnten durch die Berufsausbildung selbst Lesekompetenzen vermittelt werden", heißt es beim IAB weiter. Alles in allem sei ein erheblicher Anteil an Geringqualifizierten mitnichten arm an Grundkompetenzen. Wenn sie aber unzureichend sind und deshalb einem berufsbildenden Abschluss oder einer Weiterbildung im Wege stehen, "sollte die Arbeitsmarktpolitik mit vorgeschalteten Fördermaßnahmen gegensteuern", empfehlen die Forscher.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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