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15.01.2019

Entgelttransparenzgesetz bleibt weitgehend folgenlos

Seit gut einem Jahr können Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern dank des Entgelttransparenz-Gesetzes Auskunft über das Gehalt von Kolleginnen oder Kollegen mit vergleichbaren Tätigkeiten verlangen. Einer Personalleiter-Befragung des ifo-Instituts im Auftrag von Randstad zufolge entwickelt sich das Gesetz jedoch zum Papiertiger: Der Anspruch wird kaum genutzt.

Von den rund 1.000 im November und Dezember 2018 Befragten berichteten nur knapp zehn Prozent, dass Beschäftigte in ihren Unternehmen entsprechende Erkundigungen eingeholt haben - und wenn, dann nur vereinzelt. In den Fällen, in denen tatsächlich vom Auskunftsanspruch Gebrauch gemacht wurde, wurde nur in jedem siebten Fall tatsächlich eine Anpassung des Gehalts bewirkt. Ziel des Gesetzes war es ursprünglich, durch eine höhere Transparenz für mehr Lohngleichheit zu sorgen.

Während es im Vorfeld bereits zahlreiche Diskussionen um die neuen Regelungen gab, blieben sie in der Praxis dagegen in der großen Mehrheit der Fälle folgenlos, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Ganze vier Prozent der Personalleiter berichteten dem ifo-Institut zufolge, dass das Gesetz zu Unruhe in der Belegschaft geführt habe. Lediglich ein Prozent der Befragten gab an, dadurch einer hohen Belastung ausgesetzt zu sein. Die Befürchtungen eines "Bürokratie-Monsters" bewahrheiteten sich folglich nicht.

Auch was eine mögliche Verhaltensänderung bei den Arbeitgebern betrifft, bewirkte das "EntgTranspG" bisher wenig. Lediglich jeweils rund drei Prozent der Unternehmen achten bei Neueinstellungen nun auf eine gerechtere Entlohnung oder berichten von einem transparenteren Lohngefüge als direkte Folge des Gesetzes. Dass es die Gehaltsstruktur in ihrem Unternehmen langfristig verändern wird, glaubten nur sechs Prozent der Personalleiter.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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