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17.01.2019

Studie: Höhere Erwerbsbeteiligung Älterer könnte Fachkräftemangel abfedern

Setzt sich die Entwicklung hin zu verlängerten Lebensarbeitszeiten nachhaltig fort, könnte dadurch der Fachkräftemangel abgefedert oder sogar kompensiert werden. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hervor, über die das Handelsblatt berichtet. Unterstützt werde der Trend durch zahlreiche politische Weichenstellungen der letzten Jahre.

Würden die 60- bis 69-Jährigen genauso oft und lange arbeiten wie die heute 55- bis 59-Jährigen, stünden 2035 sogar mehr Arbeitskräfte zur Verfügung als 2015, fasst die Zeitung ein Kernergebnis der Studie zusammen. Ein positiver Beschäftigungseffekt bliebe selbst dann noch, wenn berücksichtigt werde, dass ältere Arbeitnehmer häufiger nur in Teilzeit arbeiten.

Zwar gingen die Forscher in einem Positivszenario davon aus, dass ab 2020 noch knapp 80 Prozent der 60- bis 69-Jährigen erwerbstätig sind - in der Realität lag die Quote bei den 60- bis 64-Jährigen zuletzt nur bei 56 Prozent, von den 65- bis 69-Jährigen arbeitete lediglich jeder Siebte. Die Experten erwarten aber, dass sich der Trend zu längerem Arbeiten fortsetzen wird.

Das sei nicht zuletzt dem Eingreifen der Politik geschuldet. Als Beispiele werden die Anhebung des Rentenalters, der Stopp von Frühverrentungsprogrammen, Reformen der Altersteilzeit, das Flexi-Rentengesetz oder Lohnkostenzuschüsse für Arbeitgeber, die ältere Arbeitslose einstellen, genannt.

"Der Trend zu längerer Beschäftigung ist aus demografischer Perspektive sicherlich zu begrüßen", zitiert das Handelsblatt Eric Thode. Er ist Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung, in deren Auftrag die Studie erstellt wurde. Die vermehrte Erwerbstätigkeit von Älteren allein sei jedoch auch kein Patentrezept, um die Folgen des demografischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt abzufedern. So könne der Trend etwa auch die soziale Ungleichheit im Alter verschärfen, da es vor allem Beschäftigte mit höherer Bildung und Qualifikation, somit auch höherem Einkommen und Rentenanspruch seien, die heutzutage länger arbeiten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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