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22.01.2019

Frauenanteil in Führungsgremien erhöht sich nur schleppend

Seit 2016 gilt in Deutschland eine Frauenquote für Aufsichtsräte von 30 Prozent in börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Großunternehmen. Eine neue Studie zeigt, dass der Frauenanteil in den Gremien der 200 umsatzstärksten Unternehmen auf knapp 27 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig gebe es jedoch erste Hinweise darauf, dass sich viele Betriebe mit der Erreichung der Quote begnügen.

So stagniere der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX 30-Unternehmen, von denen die meisten an die Quote gebunden sind und viele sie bereits erfüllen, bei einem Drittel. Das geht aus dem Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. "Viele Unternehmen sind auf einem guten Weg, wenn es um mehr Frauen in Aufsichtsräten geht - andererseits tun die meisten jedoch nicht mehr als nötig", fasst Elke Holst vom DIW zusammen.

Darüber hinaus übe die verbindliche Geschlechterquote bisher keine Strahlkraft auf die Vorstandsebene aus, ergänzt Katharina Wrohlich. Der Frauenanteil in den Vorständen der quotengebundenen Unternehmen lag Ende 2018 bei lediglich 8,5 Prozent. Bei den Top-100-Unternehmen lag sie zwar immerhin über zehn Prozent, doch vollziehe sich die Entwicklung "nach wie vor auf niedrigem Niveau im Schneckentempo".

Separat untersuchte das DIW auch die 100 größten Banken und 60 größten Versicherungen in Deutschland. Beide Branchen hinken demnach mit jeweils 23 Prozent Frauenanteil im Aufsichtsrat den Unternehmen außerhalb des Finanzsektors hinterher. Hinzu komme hier, dass die Dynamik in den Vorständen schwach blieb und auch die Entwicklung in den Aufsichtsräten ins Stocken geraten sei. Dabei seien mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Finanzsektor Frauen.

Holst und Wrohlich empfehlen Unternehmen, sich ambitioniertere Ziele für mehr Frauen in Vorständen zu setzen. Andernfalls würden die Rufe nach weiteren Quotenregelungen unweigerlich lauter: "Die Wirtschaft hat es selbst in der Hand." Wichtig ist es aus Sicht der Autorinnen, konsequent alle Hierarchieebenen stärker mit Frauen zu besetzen und die Arbeitsstrukturen für Führungskräfte zu flexibilisieren.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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