Nachrichten

01.02.2019

Unternehmen beabsichtigen Mehrausgaben für Weiterbildung

Im Zuge der Digitalisierung wollen Unternehmen in Deutschland stärker in Mitarbeiter-Qualifizierung investieren, zeigt eine aktuelle Umfrage. Erforderlich dazu seien eine Weiterbildungskultur in den Firmen und eine gezielte Förderung von Fortbildungen durch die Politik.

Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands (VdTÜV) und des Digitalverbands Bitkom ergab, wollen im laufenden Jahr 54 Prozent der deutschen Unternehmen stärker in die Aus- und Weiterbildung ihrer Beschäftigten investieren als im Vorjahr. Von den über 500 befragten Firmen mit mindestens 10 Mitarbeitern beabsichtigen demnach 37 Prozent, den bisherigen Weiterbildungs-Etat beizubehalten, eine Senkung planen lediglich vier Prozent.

"Unternehmen müssen stärker in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, um die Digitalisierung ihrer Organisation aktiv vorantreiben zu können", so der TÜV-Verband. "In Zeiten, in denen sich Technologien wie künstliche Intelligenz, Virtual Reality, 3D-Druck oder Data Analytics extrem dynamisch entwickeln, reichen die Weiterbildungsausgaben der Wirtschaft nicht aus." Erforderlich sei eine Weiterbildungskultur, die regelmäßige Qualifizierungsmaßnahmen unabhängig von Alter und Tätigkeit der Beschäftigten ermögliche.

Neben der Vermittlung zusätzlicher Kompetenzen könnten Unternehmen auch als attraktiver Arbeitgeber punkten sowie einen effizienten Einsatz ihrer finanziellen Mittel im Personalbereich verbuchen: Fast drei Viertel der Firmen sehen laut Umfrage die Weiterbildungsmaßnahmen nicht zuletzt als kostengünstige Alternative zur Rekrutierung externer Mitarbeiter.

Die Studienmacher wünschen sich eine gezielte politische Förderung der betrieblichen Weiterbildung. "Das seit Januar geltende Weiterbildungsgesetz ist ein wichtiger Schritt, um die Qualifizierung der Beschäftigten zu verbessern", urteilen Experten. "Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sollten die Fördermöglichkeiten jetzt ausschöpfen." So könnten einzelne Fortbildungen sogar 100-prozentig bezuschusst werden.

Zur Entwicklung neuer Konzepte für die Qualifizierung im Job und als Informationsquelle zu Weiterbildungsangeboten und Fördermöglichkeiten sollten die einzelnen Bundesländer Kompetenzzentren für "Arbeit 4.0" und digitale Weiterbildung einrichten. "Berufliche Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", lautet das Resümee. "Die Unternehmen profitieren von gut qualifizierten Mitarbeitern und leisten einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel. Die Beschäftigten bleiben fit für einen dynamischen Arbeitsmarkt."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen