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08.02.2019

Auf gutem Wege: Berufliche Anerkennung eingewanderter Fachkräfte

Bevor Fachkräfte von außerhalb der EU zum Arbeiten nach Deutschland kommen dürfen, müssen sie schon im Herkunftsland die Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen beantragen. Obwohl das Antragsverfahren bereits erfolgreich praktiziert wird, lässt es sich laut einer neuen Studie noch verbessern.

Wie eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ergeben hat, kommen 31 Prozent der zwischen 2012 und 2017 amtlich verzeichneten 13.149 Auslandsanträge zu bundesrechtlich geregelten Berufen aus einem Drittstaat - also von außerhalb der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz. Diese Anträge wurden bei der Gleichwertigkeitsprüfung überwiegend positiv bewertet und die Qualifikationen somit als voll oder teilweise gleichwertig anerkannt. Im Jahr 2017 sei demnach bei 58 Prozent der 1.701 Anträge aus Drittstaaten die volle Gleichwertigkeit zuerkannt worden. Die meist aus dem Gesundheitsbereich kommenden Fachkräfte verfügten damit über die Basis für eine qualifizierte Erwerbsmigration und absolvierten in Deutschland teilweise noch Anpassungsqualifizierungen.

Im Rahmen des BIBB-Anerkennungsmonitorings wurden die betroffenen ausländischen Fachkräfte interviewt und gaben Auskunft über die in der Praxis auftretenden Probleme, beispielsweise lange Wartezeiten, die Zuständigkeit zahlreicher Stellen mit unterschiedlichen Anforderungen oder schwer zu findende Anpassungsqualifizierungen. Die Einwanderung selbst ließe sich in puncto Ansprache und Vorbereitung, Visa-Erteilung, berufliche Anerkennung und hinsichtlich der gesellschaftlichen Integration ebenfalls optimieren.

Zudem sei die zeitliche Dauer abhängig von der jeweiligen Ausgangslage und den Begleitumständen, wobei sich private wie staatliche Vermittlung, etwa durch die Bundesagentur für Arbeit, förderlich auswirkten. Wichtig seien eine gute Beratung, insbesondere bei der Vorbereitung der Unterlagen, eine zügige Abfertigung bei der Visavergabe sowie der direkte Kontakt mit den zuständigen Stellen in Deutschland.

Laut BIBB-Untersuchung wären darüber hinaus einheitliche Anforderungen für Auslandsanträge wünschenswert, sowohl was die einzureichenden Unterlagen angeht als auch bezüglich der Sprachniveaus. Idealerweise müsste eine neu eingerichtete zentrale Stelle die Anträge übernehmen und dann gezielt an die jeweils zuständige Stelle weiterleiten. Im Übrigen empfehle sich hier konsequentere Digitalisierung: Die Antragstellung solle erst einmal elektronisch erfolgen, während nötige Belege dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden könnten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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