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22.02.2019

Berufliche Bildung und digitale Arbeitswelt

Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e.V. sowie des Lehrstuhls für Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg äußerten sich im Bundestag zum Themenbereich Ausbildung und Digitalisierung.

Die Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" erfuhr von den externen Sachverständigen während einer öffentlichen Anhörung, inwiefern sich berufliche Bildung und Arbeitswelt in den letzten Jahren bereits verändert haben. "Wir wollen sowohl einen Blick zurückwerfen, aber auch fragen, welche Schlussfolgerungen für kommende Entwicklungen gezogen werden können. Das ist relevant für unseren Abschlussbericht", so die Kommission.

Schon im Jahr 2016 habe der Anteil von Tätigkeiten, die Maschinen und Roboter erledigen könnten, im verarbeitenden Gewerbe den Spitzenwert von etwa 54 Prozent erreicht, davon betroffen wären 21,5 Prozent der Beschäftigten. Auf 48 Prozent komme der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, allerdings mit weniger betroffenen Mitarbeitern. "Im Gegensatz dazu findet sich im Gesundheits- und Sozialwesen mit 5,4 Prozent ein relativ geringer Wert. Der betrifft allerdings 14,2 Prozent der Beschäftigten", erläutern die Experten.

Während knapp die Hälfte aller Unternehmen digitale Technologien nutzten, würden sich kleinere Firmen zugleich deutlich weniger damit auseinandersetzen. Statistisch lasse sich belegen: "Zwischen 1994 und 2014 ist der Einsatz von zwei Robotern pro Beschäftigten auf acht angestiegen", allerdings bei stabil bleibender Beschäftigung und ohne negative Beschäftigungseffekte. Festzuhalten sei, "dass Technik selten eins zu eins Berufe und Tätigkeiten ersetzt."

Vor allem in puncto Berufsausbildung sei es jetzt wichtig, dass alle Auszubildenden gleichermaßen am digitalen Wissen teilhaben können, was beispielsweise durch eine zentrale Wissensvermittlung seitens der Berufsschulen sicherzustellen wäre. Darüber hinaus müsse es eine verbesserte Berufsorientierung geben - mit Angeboten, die von jungen Menschen auch nachgefragt würden. "Wir sehen, dass sich zwei Drittel der Unternehmen mit Digitalisierung in der Ausbildung beschäftigen, ein Drittel jedoch nicht. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert", mahnen die Sachverständigen. Dennoch dürften kleinere Unternehmen nicht mit Ausbildungsordnungen abgehängt werden, die sie nicht umsetzen könnten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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