Nachrichten

08.03.2019

Babyboomer im Zeitalter des digitalen Technologie-Wandels

Laut aktuellen Marktforschungsergebnissen des Wirtschafts-Dienstleisters Deloitte ist die Generation der 55- bis 74-Jährigen - der sogenannten "Babyboomer" - digitalen technischen Neu-Entwicklungen gegenüber durchaus aufgeschlossen und holt im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen deutlich auf.

Digitale "Standard"-Geräte wie PC oder Laptop besitzen demnach 96 Prozent der 55- bis 74-Jährigen. 81 Prozent von ihnen nutzten ein Smartphone, was einer Steigerung um 25 Prozent seit 2016 entspräche - doppelt so hoch wie beim Durchschnitt aller Altersgruppen. Die gleiche Steigerung verzeichne die Nutzung von E-Book-Readern durch die Babyboomer, bei denen digitale Endgeräte insgesamt knapp unterdurchschnittlich verbreitet seien.

"Die über 20 Millionen Babyboomer machen ein Viertel der Gesamtbevölkerung in Deutschland aus", kommentiert ein Deloitte-Experte die repräsentative Analyse. "Sie verfügen nicht nur über das größte Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland, sondern haben, durch den steigenden Anteil an Ruheständlern unter ihnen, auch ein überdurchschnittlich großes Zeitbudget für die Nutzung von Kommunikations- und Medienangeboten. Das macht die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegsgeneration zu einer höchst relevanten und potenziell zahlungskräftigen Kundengruppe. Die entscheidende Frage ist, inwiefern die Babyboomer die vorhandenen digitalen Angebote attraktiv finden."

Dass in dieser Altersklasse manche der digitalen Medien-Angebote nur wenig angenommen werden, liegt laut Studie am Fehlen passender Inhalte. Beispielsweise würden lediglich rund 16 Prozent der Babyboomer regelmäßig Streaming-Dienste für Video-on-Demand in Anspruch nehmen.

Attraktive Inhalte für diese Generation biete offenbar eher das "klassische" Fernsehen. "Video-on-Demand-Anbieter erreichen Babyboomer mit ihren Inhalten und Eigenproduktionen derzeit nur bedingt", so die Expertenmeinung. "Wollen die Anbieter für Babyboomer attraktiver werden und hier mehr Wachstum generieren, müssen sie die spezifischen Wünsche dieser Zielgruppe stärker als bisher berücksichtigen."

Digitale Kommunikationskanäle und soziale Medien hingegen würden von den 55- bis 74-Jährigen intensiv genutzt: Spitzenreiter sei WhatsApp mit 83 Prozent, Facebook erreiche 44 Prozent und sogar bei Instagram und Snapchat seien mittlerweile 17 beziehungsweise 10 Prozent der Babyboomer aktiv. "Sie haben bei neuen Kommunikationsdiensten stark aufgeholt", lautet ein Fazit der Studie. Allerdings gelten die Babyboomer zugleich als "eine anspruchsvolle Kundengruppe, die den Wert neuer Angebote kritisch hinterfragt".

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen