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12.03.2019

IW-Studie: Befristete Beschäftigung wird zu Unrecht kritisiert

Befristete Arbeitsverträge haben derzeit kein gutes Image: Zwei gängige Meinungen über sie sind, dass sie in eine berufliche Sackgasse führen und Arbeitnehmer verunsichern. Beide werden durch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zurückgewiesen. Vielmehr sei die befristete Beschäftigung vor allem für jüngere Arbeitnehmer ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt.

IW-Ökonom Holger Schäfer analysierte für seine Studie Daten des "Sozio-oekonomischen Panels", einer repräsentativen Langzeitbefragung. Danach wurden 56 Prozent aller befristet Beschäftigten nach drei Jahren in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Besonders Menschen im Alter bis zu 30 Jahren sei der Start in die Arbeitswelt dank Befristung gelungen, doch auch Arbeitslose hätten so den Wiedereinstieg geschafft.

"Zudem konnten Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen innerhalb von drei Jahren ein um 32.000 Euro höheres Einkommen erzielen als diejenigen, die keinen Einstieg über die Befristung fanden", so Schäfer weiter. Diese seien in der Hoffnung auf eine unbefristete Stelle beispielsweise zunächst arbeitsuchend geblieben. Darüber hinaus waren Befristete sieben Monate länger in Vollzeit beschäftigt als Abwartende.

Es ist also kein Wunder, dass der Studienautor die von der Bundesregierung beabsichtigte Eindämmung sachgrundloser Befristungen kritisch sieht. Die Pläne würden die Unternehmen stark darin einschränken, flexibel auf ihren Arbeitskräftebedarf zu reagieren, so Schäfer: "Das könnte dazu führen, dass Arbeitgeber verstärkt auf andere Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit oder Werk- und Dienstverträge ausweichen oder sich mit Einstellungen zurückhalten." Arbeitsuchenden stünden dann weniger Jobangebote zur Verfügung und sie wären länger arbeitslos. Für Schäfer steht fest: "Die Befristung ist ein gutes Sprungbrett in die Arbeitswelt."

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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