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29.03.2019

Mit höheren Gehältern um Fachkräfte werben

Laut einer aktuellen Befragung im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad haben neun von zehn deutschen Unternehmen ein akutes Fachkräfteproblem. 83 Prozent der befragten 202 Firmen ab 10 Angestellten reagieren darauf mit attraktiven Lohnangeboten für neue Mitarbeiter.

Waren ein Jahr zuvor noch 87 Prozent der Unternehmen in Deutschland vom Fachkräftemangel betroffen, sind es der Erhebung zufolge inzwischen bereits 91 Prozent. Das spiele auch bei der Mitarbeitergewinnung eine Rolle, so ein Randstad-Experte: "Das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hat sich verändert. Heute können sich gut qualifizierte Bewerber den zukünftigen Arbeitgeber aussuchen, nicht umgekehrt. Unternehmen - auch solche mit einer bekannten und beliebten Arbeitgebermarke - können sich nicht mehr darauf verlassen, dass gute Bewerber bei ihnen anfangen wollen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben sie auch Angebote von anderen Unternehmen vorliegen. Eine attraktive Entlohnung kann, neben anderen Faktoren wie z.B. zusätzliche Sozialleistungen, eine entscheidende Stellschraube sein."

Gehälter stellten für Bewerber zwar nur ein Entscheidungskriterium unter vielen dar, ließen sich aber seitens der Betriebe - bei entsprechender finanzieller Lage - wesentlich einfacher anpassen als beispielsweise die eigene Unternehmenskultur oder praktikable Möglichkeiten in puncto Work-Life-Balance. Ein Resümee der Studie: "Die deutsche Industrie ist im internationalen Vergleich im High-End-Segment angesiedelt. Einerseits reagiert sie dadurch weniger empfindlich auf Preisschwankungen und kann im Bedarfsfall die Löhne erhöhen, um die Attraktivität zu steigern. Andererseits lässt sich diese High-End-Industrieproduktion ohne die entsprechenden Fachkräfte nicht realisieren, sodass Unternehmen kaum Alternativen zu höheren Gehältern haben."

Ergänzend setzten 72 Prozent der Firmen allerdings langfristig auf Weiterbildungsmaßnahmen für die vorhandene Belegschaft sowie zu 75 Prozent auf eine unternehmenseigene berufliche Ausbildung. Auf diese Weise ließe sich bestehendes Fachwissen der Mitarbeiter ausbauen beziehungsweise nachhaltig durch neues Wissen ergänzen: Schließlich sei gut ausgebildetes Personal eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auch in Zukunft sicherzustellen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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