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05.04.2019

Soziale Anerkennung ausschlaggebend bei der Berufswahl

Wie eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, ist vielen Jugendlichen bei der Berufswahl eine hohe soziale Anerkennung wichtiger als die eigenen Tätigkeitsinteressen. Sie schließen deshalb Berufe von vornherein aus, die eigentlich sehr interessant für sie wären.

Auch ungünstige Arbeits- und Rahmenbedingungen - beispielsweise geringe Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten - spielten bei der Ablehnung bestimmter Berufsfelder eine Rolle, wie die schriftliche Befragung von Schülerinnen und Schülern der Klassen neun und zehn aus allgemeinbildenden Schulen in NRW ergab. Da viele Jugendliche trotz zahlreicher freier Ausbildungsplätze Berufe mit Besetzungsproblemen einfach ausklammerten, habe die Studie schwerpunktmäßig danach gefragt, aus welchen Gründen manche Berufe nicht gewählt würden.

Entscheidend sei offenbar, so ein Ergebnis der Umfrage, dass nach Meinung der Jugendlichen ein Beruf eventuell im eigenen sozialen Umfeld nicht gut ankomme, demzufolge die Bewertung durch Eltern und Freunde letztlich mehr zähle als persönliche berufliche Neigungen. Weitere Gründe liegen laut Erhebung in der Befürchtung, keinen Ausbildungsplatz zu finden, oder in der Ungewissheit darüber, wie sich die beruflichen Anforderungen in der Praxis auswirken.

Auch in puncto Vermittlung von Ausbildungsmarktkompetenz empfehle es sich also, "in Angeboten der Berufsorientierung Ansehen und soziale Wertschätzung von Berufen mit jungen Berufswählern konsequent zu reflektieren". Das bedeute unter anderem, besonders die Ausschlussfaktoren bei der Berufswahl stärker zu fokussieren.

Daher lautet das Fazit der Studienmacher: "Die BIBB-Studie macht deutlich, dass es bei der Berufsorientierung nicht ausreicht, Jugendliche über die Tätigkeiten in den verschiedenen Berufen aufzuklären und ihnen dadurch nahe zu bringen, wie interessant die Arbeit in diesen Berufen sein kann. Denn Jugendliche wollen mehr! Sie nutzen Berufe als Visitenkarte in ihrem sozialen Umfeld und wollen mit ihrem Beruf Anerkennung finden. Wenn Berufe dies aus Sicht der Jugendlichen nicht leisten, ist das ein Alarmsignal, das uns alle herausfordert. Wollen wir in Zukunft mehr Jugendliche für Berufe mit Besetzungsproblemen gewinnen, müssen wir die Rahmenbedingungen und Perspektiven dieser Berufe verbessern."

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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