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30.04.2019

Auf Nimmerwiedersehen: Ghosting betrifft auch die Personalbranche

Ghosting ist vor allem aus dem zwischenmenschlichen Bereich bekannt: Dort versteht man unter dem Begriff einen plötzlichen und vollständigen Kommunikationsabbruch. Auch im Recruiting tritt das Phänomen auf: Einer Befragung von Robert Half zufolge haben sich 62 Prozent der Arbeitnehmer schon einmal für das zweitbeste Jobangebot entschieden, weil der Wunsch-Arbeitgeber sich nicht meldete.

Unternehmen haben nach Erfahrung des Personaldienstleisters ebenfalls immer öfter unter Ghosting zu leiden. Etwa, wenn Bewerber einfach nicht zum Vorstellungsgespräch oder gar zum ersten Arbeitstag erscheinen. "Inzwischen sind es immer häufiger Kunden, die die Zuverlässigkeit von Kandidaten bemängeln", sagt Sladjan Petkovic, Managing Director bei Robert Half.

Für ihn steht fest: "Ghosting ist und bleibt ein No-Go - natürlich für beide Seiten." Besser sei es, offen zu kommunizieren und auch den Mut aufzubringen, eventuell unangenehme Absagen auszusprechen. Damit kann womöglich größerer Schaden vermieden werden: Bei 87 Prozent der Bewerber leidet das Image des Arbeitgebers, wenn sie auf eine Rückmeldung warten, die viel zu spät oder gar nicht kommt.

Sind sie selbst von Ghosting betroffen, empfiehlt Petkovic ihnen zunächst, die Bewerbungsunterlagen zu prüfen. Kaum zu glauben, aber in einer von zehn Bewerbungen sind die Kontaktdaten falsch angegeben. Des Weiteren rät er, den Spamordner regelmäßig zu prüfen: "Vielleicht ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch im Junk-Ordner gelandet." Außerdem sollten die Erwartungen nicht unmenschlich hoch gesteckt werden: Mindesten sieben bis zehn Tage sollte den Personalern Zeit gegeben werden, um die Bewerbungen zu prüfen. Nach zwei Wochen könne höflich in der Personalabteilung nachgefragt werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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