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08.05.2019

Feedback deutscher Chefs ist oftmals kontraproduktiv

Mit der vielbeschworenen Feedbackkultur scheint es in Deutschland noch nicht so weit her zu sein. Wie das aktuelle Randstad-Arbeitsbarometer zeigt, werden in 32 Prozent der Unternehmen nie Mitarbeitergespräche geführt. Ein weiteres Drittel hält es für ausreichend, einmal im Jahr gemeinsam Bilanz zu ziehen. Geben Führungskräfte doch Feedback, verunsichert und demotiviert es häufig.

Für das Arbeitsbarometer wurden 400 Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland befragt. Demnach ist monatliches oder gar wöchentliches Feedback, wie es etwa bei agilen Arbeitsstrukturen empfohlen wird, mit sieben beziehungsweise vier Prozent noch äußert selten. Dabei zeigten Untersuchungen, dass Feedback dann effektiver wird, wenn zwischen dem Ereignis und der Rückmeldung wenig Zeit liegt.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass Feedback durch Vorgesetzte oftmals nicht den gewünschten motivierenden Effekt bei den Mitarbeitern erzeugt, sondern vor allem Unsicherheit und schlechte Laune. So gaben 30 Prozent der Befragten an, dass sie nicht wissen, wie sie auf Feedback reagieren sollen. 24 Prozent nehmen negative Bewertungen persönlich. Zudem fühlen sich 21 Prozent unwohl, wenn sie Rückmeldung von Führungskräften erhalten.

Diese sollten versuchen, auf verschiedenen Wegen und häufiger mit konkretem Bezug zu einer Situation Rückmeldung zu geben, empfiehlt Randstad. Sammelten sie ein Jahr lang Material für ein kritisches Gespräch, wirke das eher demotivierend als konstruktiv. Richtig eingesetzt helfe Feedback den Mitarbeitern aber, ihre Fähigkeiten auszubauen und sich besser einzubringen. "Dazu gehört, regelmäßig auf sie zuzugehen, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und den Dialog auf Augenhöhe zu suchen", sagt Andreas Bolder, Director Group Human Resources bei Randstad.

Feedback sei zudem keine Einbahnstraße und Rechtfertigungsdruck schädlich. Außerdem sollte es auch verstärkt bei positiven Ereignissen eingesetzt werden: "Früher hieß es: ,Nicht geschimpft ist genug gelobt'. Heute heißt es: ,Catch your people doing something right'." Das unterstütze die Eigenständigkeit der Mitarbeiter und verstärke die Akzeptanz von kritischen Rückmeldungen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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