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11.06.2019

Familienfreundlichkeit zahlt sich für Arbeitgeber aus

Investitionen in familienfreundliche Maßnahmen zahlen sich sowohl für Mütter als auch für die Arbeitgeber aus. Zum einen kehrten Frauen schneller und häufiger in ihren alten Betrieb zurück. Zum anderen blieben so Investitionen in das Arbeitsvermögen der Mütter im Betrieb erhalten. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Zahlreiche Unternehmen hätten dies bereits erkannt: Zu den häufig umgesetzten familienfreundlichen Angeboten zählten unter anderem eine Kinderbetreuung, Angebote in der Elternzeit, Maßnahmen zur Frauenförderung oder Langzeitkonten zur Freistellung für Familienzeiten. Kinderbetreuungsangebote verzeichneten dabei den stärksten Anstieg seit 2002: Während seinerzeit nur zwei Prozent der deutschen Betriebe über sie verfügten, waren es 2016 fast acht Prozent.

Der Anteil derjenigen Mütter, die nach Ablauf des gesetzlichen Elterngeldanspruchs wieder in ihrem alten Betrieb arbeiten, steigt in familienfreundlichen Betrieben mit mindestens einer der oben genannten Maßnahmen deutlich schneller an, heißt es beim IAB weiter. Drei Jahre nach der Geburt des ersten Kindes seien im Schnitt etwa 80 Prozent der Mütter wieder dort tätig - über 10 Prozentpunkte mehr als in Betrieben ohne familienfreundliche Maßnahmen. Die Unternehmen profitieren dabei davon, dass kürzere Erwerbsunterbrechungen den Verlust an Arbeitsvermögen vermindern.

Von allen Müttern, die innerhalb von drei Jahren nach der Geburt ihres Kindes ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen, wechseln 22 Prozent den Arbeitgeber. Arbeiteten die Mütter vorher in einem familienfreundlichen Betrieb, blieben sie diesem eher treu, als wenn sie in einem Unternehmen arbeiteten, das keine Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbot.

Die Autoren schließen mit der Frage, warum angesichts der beschriebenen Vorteile nur eine Minderheit der Unternehmen solche Maßnahmen anbietet. Sie raten, Arbeitgeber umfassender über die Möglichkeiten und Bedingungen vereinbarkeitsfördernder Maßnahmen aufzuklären. Zudem könnten Betriebe, die bereits familienfreundliche Maßnahmen anbieten, ihr Wissen weitergeben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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