Nachrichten

13.06.2019

Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll den deutschen Arbeitsmarkt bereichern

Am 7. Juni 2019 hat der Bundestag das Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen. Zuvor äußerten sich Experten zu dem Entwurf der Bundesregierung. Es sei ein "Schritt in die richtige Richtung" - indes reiche er zu einer langfristigen Bekämpfung des Fachkräftemangels nicht aus, so der Tenor einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Inneres und Heimat.

Ähnlich äußerten sich auch Teilnehmer von Initiativen zur Einwanderungspolitik seitens der FDP-Fraktion, der Fraktion Die Linke und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Beim Fachkräfteeinwanderungsgesetz kam es der Bundesregierung vor allem darauf an, "eine gezielte und gesteuerte Einwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt" sicherzustellen, und zwar nicht allein für Hochqualifizierte.

Auf allgemeine Zustimmung der Experten trafen aber insbesondere zwei Punkte im Rahmen der Neuregelung: Erstens solle es keine Beschränkung mehr auf "Engpassberufe" geben, die besonders vom Facharbeitermangel betroffen sind - mit einem Arbeitsvertrag und einer anerkannten Qualifikation wie Hochschulstudium oder qualifizierter Berufsausbildung könne künftig jeder Ausländer aus Nicht-EU-Staaten auch in Deutschland seinen Beruf ausüben. Zweitens erfolge grundsätzlich ein Verzicht auf die sogenannte Vorrangprüfung - somit entfalle jeweils die Entscheidung, ob zuerst deutsche oder andere Bewerber aus der Europäischen Union für eine Stellenbesetzung in Frage kommen. In Hinblick auf zukünftige Veränderungen des Arbeitsmarktes solle allerdings die Option einer kurzfristigen Wiedereinführung der Vorrangprüfung gewahrt bleiben, so die Intention der Bundesregierung.

Damit Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten einen ihrer Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz in Deutschland suchen können, sei für sie eine Aufenthaltserlaubnis für maximal sechs Monate vorgesehen, adäquate Deutschkenntnisse vorausgesetzt. Eine zeitlich befristete Einreise zur Arbeitsplatzsuche werde darüber hinaus auch Inhabern eines ausländischen Schulabschlusses ermöglicht, der zu einem Hochschulzugang in Deutschland berechtigt, sowie den Absolventen deutscher Schulen in Ländern außerhalb der EU.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen