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19.06.2019

Studie: Die erste Generation der Chief Digital Officer hat es schwer

Noch 2016 bezeichnete der Digitalverband Bitkom den sogenannten Chief Digital Officer (CDO) als unbekanntes Wesen in Deutschland. Die Beratung Egon Zehnder hat nun eine erste Zwischenbilanz des noch jungen Berufsbildes gezogen. Es zeigt sich, dass CDOs ihre Rolle in den Unternehmen noch finden müssen und der kulturelle Wandel hin zu einem digital denkenden Betrieb schwieriger ist als gedacht.

CDOs sind dafür verantwortlich, eine Digitalstrategie und neue Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Technologien zu entwickeln. Zudem gelten sie als Treiber der digitalen Transformation im Unternehmen. In einer weltweiten Studie, für die 107 Chief Digital Officer befragt wurden, gaben allerdings 54 Prozent an, dass sie bis dato mehr Zeit damit verbringen, für ihre Digitalstrategie zu werben, als sie tatsächlich umzusetzen.

Das mag mit ihrer ungewohnten Stellung zusammenhängen: 84 Prozent der Befragten berichteten, die ersten Digitalvorstände in ihren Unternehmen zu sein. Die Aufgaben haben sie sich anscheinend vielfach leichter vorgestellt: Für 80 Prozent ist die Entwicklung einer neuen digitalen Unternehmenskultur schwieriger als erwartet, wenngleich es nur zehn Prozent der CDOs als ihre Aufgabe ansehen, die Firmenkultur zu verändern. Als hinderlich entpuppten sich in vielen Fällen die fehlende Datenintegration sowie ein Silo-Denken im Unternehmen.

Die Wichtigkeit der Position wird dennoch kaum angezweifelt. 63 Prozent der Digitalvorstände berichten direkt an den CEO. Diesen sehen 64 Prozent der CDOs in der Rolle einer "gelebten Vorbildfunktion" in Sachen Digitalisierung. So wurden denn auch das Engagement der Führungsspitze (58 Prozent) und die Unternehmenskultur (57 Prozent) als wichtigste Antriebskräfte für die digitale Transformation genannt.

Die Beratung rät CDOs unter anderem zu einer klaren Vision, mit der sie Teams begeistern können. Der CEO müsse sicherstellen, dass die gesamte Führung die Rolle des CDOs versteht und ihn in seinen Aufgaben unterstützt. Zudem benötigten die Digitalvorstände Freiheiten, etwa bei der Zusammenstellung ihrer Teams oder beim Anlegen eigener Maßstäbe für Erfolge bei der digitalen Transformation.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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