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27.06.2019

Flexible Arbeitsgestaltung und zunehmende Weiterbildung dank Digitalisierung

Im Rahmen fortschreitender Digitalisierung verändert sich die Arbeitswelt grundlegend: hinsichtlich betrieblicher Arbeits- und Geschäftsprozesse ebenso wie bei den Arbeitsanforderungen. Zugleich bestimmen innovative Modelle der Arbeitsgestaltung mit mehr Flexibilität den beruflichen Alltag.

Zu diesen Kern-Ergebnissen kommt eine 2018 durchgeführte Betriebsbefragung des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung). Dazu wurden rund 3.500 Unternehmen im Rahmen des Betriebspanels zu Qualifizierung und Kompetenzentwicklung befragt, die sich ausführlich zur Interrelation zwischen betrieblicher Kompetenzförderung und Technologienutzung äußerten.

Laut Erhebung entscheidet beispielsweise die Höhe des Digitalisierungsgrades einer Firma darüber, wie viele Beschäftigte an Weiterbildungen teilnehmen - die Skala reiche dabei von 58 bis hin zu 92 Prozent der Belegschaft. Auch bei betrieblichen Aufstiegsfortbildungen mit dem Ziel formaler Höherqualifizierung liegen demnach hochdigitalisierte Betriebe deutlich vorn: mit 22 Prozent der Mitarbeiter sogar 10 Prozent über dem durchschnittlichen Wert. Angesichts erweiterter Aufgabenbereiche und höherer Einkommen profitierten die betreffenden Kollegen somit spürbar von den positiven Folgen des digitalen Fortschritts.

Gerade in puncto Digitalisierung seien, so die Befragungsergebnisse, Ausbildungsbetriebe besser aufgestellt und ermöglichen daher den Auszubildenden im Rahmen der dualen Berufsausbildung profundes Wissen über neue digitale Technologien - und zugleich unabdingbare praktische Kenntnisse.

Ein weiteres Ergebnis: Je höher der Digitalisierungsgrad, desto flexibler die Arbeitsformen. Hinsichtlich des Arbeitens im Homeoffice etwa reiche die zwischen den Betrieben ermittelte Spanne von 18 bis 39 Prozent der Mitarbeiter. Eine Gleitzeitregelung praktizierten immerhin 55 Prozent aller befragten Unternehmen - hochgradig digitalisierte Firmen kämen dabei allerdings auf bis zu 62 Prozent.

"Insgesamt bestätigt die Befragung, dass durch die Digitalisierung neue Formen der Arbeitsgestaltung entstanden sind, durch die sich für Betriebe neue Möglichkeiten der Personalplanung und -entwicklung sowie des flexibleren Einsatzes von Beschäftigten ergeben. Den Beschäftigten wiederum bietet sich dadurch die Möglichkeit, die Flexibilität auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance im Allgemeinen zu nutzen", so das positive Resümee der BIBB-Experten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dr. Frank Walpuski.


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