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08.07.2019

Sechs von zehn Deutschen finden Berufswechsel normal

Laut einer Studie fürchten sich die meisten Berufstätigen hierzulande nicht vor den Veränderungen, die die Digitalisierung für die Arbeitswelt mitbringt. Sie geben sich flexibel und haben offenbar bereits verinnerlicht, dass Veränderung im Berufsleben dazugehört. Vier von zehn Arbeitnehmern mittleren Alters arbeiten heute ohnehin nicht mehr in ihrem erlernten Job.

84 Prozent der Deutschen sind der Meinung, für die digitale Arbeitswelt gerüstet und auch weiterhin wertvolle Mitarbeiter für Arbeitgeber zu sein. Sie stellen sich darauf ein, dass sie ihr Berufsfeld mehrfach ändern werden. Drei Viertel der Arbeitnehmer (75 Prozent) geben sogar an, explizit an einem solchen Berufswechsel interessiert zu sein. Von den 18- bis 29-Jährigen sagen dies sogar 85 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag von Viasto. Dafür wurden in Deutschland im Mai 1045 Menschen aus allen Berufsfeldern im Alter von 18-69 Jahren befragt.

Vier von zehn Arbeitnehmern haben schon die Tätigkeit gewechselt

Nicht wenige Beschäftigte haben während ihres bisherigen Berufslebens bereits derartige Veränderungen erlebt: Von den über 40-Jährigen sind heute 42 Prozent in einem Job tätig, der nicht ihrer Ausbildung oder ihrem Studienfach entspricht. Auch sind 60 Prozent der Befragten der Meinung, dass Wechsel zum Berufsleben dazugehören. Gefragt nach den Gründen für eine schon vollzogene Änderung oder die Bereitschaft dazu gaben mit 39 Prozent die meisten Befragten finanzielle Erwägungen an. Für circa jeden Vierten (23 Prozent) spielt das Bedürfnis nach anspruchsvolleren Aufgaben eine Rolle und immerhin jeder Fünfte (21 Prozent) nannte Erschöpfungssymptome im früheren Berufsfeld.

Jeder Zweite erwirbt Fachwissen erst on the job

Wenn sie bei einem neuen Arbeitgeber anfangen, verfügen 85 Prozent der Bewerber nach eigener Auffassung schon über die Kernkompetenzen für die Stelle. Im Schnitt bringen sie lediglich zwei von 13 abgefragten Kompetenzen nicht von der Ausbildung mit, sondern eignen sie sich erst im Job selbst an. Dabei rangiert das Fachwissen an erster Stelle: Fast jeder Zweite (47 Prozent) sagt, er habe das benötigte Fachwissen on the job erworben. Andere Skills wurden weitaus seltener genannt, so sagten nur 20 Prozent, sie hätten sich Digitalkompetenz während ihrer Tätigkeit angeeignet. 13 Prozent nannten analytische Kompetenz und sechs Prozent meinten, sie hätten in Sachen Empathie im Job dazugelernt. Das Ergebnis ist interessant für Arbeitgeber, findet Sara Lindemann von Viasto, denn diese wählten neue Mitarbeiter ja genau nach den Skills - vor allem Fachwissen - aus, die die Mitarbeiter laut Studie erst während ihrer Tätigkeit erlernen.

Digitalkompetenz wird aus Arbeitnehmersicht immer wichtiger

Im Rahmen der Befragung wurde speziell untersucht, wie die Arbeitnehmer die Bedeutung der digitalen Skills einschätzen. Für ihr früheres Berufsleben stuft fast jeder zweite Studienteilnehmer (45 Prozent) diese Fähigkeiten als unwichtig ein. Für das heutige Arbeitsleben sehen bereits 95 Prozent der Berufstätigen diese Kompetenz als wichtig an, 53 Prozent sogar als sehr wichtig. Für die Zukunft erwarten 96 Prozent, dass digitale Fähigkeiten notwendig sein werden. Gut drei Viertel (78 Prozent) denken, diese Kompetenz sei für die künftige Arbeitswelt unverzichtbar.

Trotz allgemeiner Zuversicht: Jeder Fünfte hat Angst vor Jobverlust

Auch wenn sich die Mehrheit der Befragten angesichts der zunehmenden Automatisierung als gut aufgestellt einschätzt, hat jeder Fünfte (19 Prozent) die Befürchtung, durch die Digitalsierung, zum Beispiel Künstliche Intelligenz, in seinem Job abgehängt zu werden. Dabei machen sich die 18- bis 29-Jährigen weniger Sorgen als die Älteren: Vier von zehn Befragten geben sich gänzlich unbesorgt.

Quelle: Personalwirtschaft.de


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