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14.08.2019

Boni können offene Gesprächskultur untergraben

Bonuszahlungen können kontraproduktiv wirken, da die Gesprächskultur zwischen Vorgesetzten und den Mitarbeitern dadurch leiden kann. Die Effekte sind jedoch unter anderem vom Kontext abhängig und finanzielle Anreize nicht per se zu verurteilen. Das geht aus den Ergebnissen eines vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichten Experiments hervor.

Die Forscher haben dazu die Effektivität unterschiedlicher Personalpraktiken im deutschen Einzelhandel untersucht: Einige Filialleiter einer Supermarktkette erhielten gewinnabhängige Bonuszahlungen, sobald sie einen bestimmten Schwellenwert erreichten. Mit anderen Chefs führten die vorgesetzten Verkaufsleiter alle zwei Wochen sogenannte Performance Review-Gespräche. Darin wurden durchgeführte und geplante Maßnahmen zur Gewinnsteigerung diskutiert. Darüber hinaus wurden in zwei weiteren Gruppen beide beziehungsweise keine der beiden Praktiken eingesetzt.

Es zeigte sich, dass die regelmäßigen Feedback-Gespräche zu einer Gewinnsteigerung von bis zu acht Prozent führten, während Bonuszahlungen allein keine signifikanten Effekte verursachten. Wurden beide Praktiken kombiniert, blieb wiederum die positive Wirkung der Gespräche aus, berichtet das IZA.

Die Forscher begründen die Ergebnisse damit, dass die Mitarbeiter in den Gesprächen die Möglichkeit haben, ihre Motivation und Leistungsbereitschaft "karrieredienlich" unter Beweis zu stellen, da sie ihre Ideen, aber auch ihre Kritik offen ansprechen können. Monetäre Belohnungen könnten diesen Reputationsanreizen entgegenwirken. Auch Befragungen nach dem Experiment bestätigten, dass die konstruktive Gesprächskultur leidet, wenn die Leistungsbewertung auf das Erreichen einer Bonuszahlung reduziert wird.

Die Autoren heben hervor, dass Bonuszahlungen nicht grundsätzlich kontraproduktiv sein müssen. So sei der Effekt unter anderem vom Kontext abhängig. Die Ergebnisse sollten Arbeitgeber aber auf jeden Fall für unerwünschte Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Personalpraktiken sensibilisieren.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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