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20.08.2019

Leistungsprämien können informelles Lernen am Arbeitsplatz fördern

Leistungsabhängige Vergütungen können wirksame Anreize für informelles Lernen am Arbeitsplatz bieten. Darauf deutet eine neue Studie hin. Die Forscher empfehlen, Leistungsprämien nicht nur als Motivationsinstrument, sondern auch unter dem Qualifizierungsaspekt zu betrachten. Sie könnten zu Produktivitätssteigerungen führen, die die Mehrkosten des Vergütungssystems überkompensieren.

Die Forscher wählten für ihre Studie Obstpflücker als Testpersonen aus, berichtet das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Hier ließen sich Verzerrungen durch Teamdynamiken weitgehend ausschließen und die individuelle Produktivität besonders gut messen. Sowohl Trauben- als auch Heidelbeerpflücker erhielten neben der Grundvergütung einen Bonus für jeden über einem festgelegten Tagesziel hinaus befüllten Korb. Den Heidelbeerpflückern wurde das Erreichen des Tagesziels jedoch zusätzlich mit einer attraktiven Leistungsprämie vergütet.

Ein gutes Pferd springt normalerweise nur so hoch, wie es muss: Bereits aus früheren Studien war bekannt, dass Beschäftigte ihre Leistung in der Regel so anpassen, dass sie den für die Prämie maßgeblichen Schwellenwert gerade überschreiten. Die Wahrscheinlichkeit, das Ziel zu erreichen, steigt mit der Arbeitserfahrung. Es zeigte sich nun, dass die Heidelbeerpflücker das Tagesziel nach zehn Tagen im Job mit 80 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit erreichten als an den ersten beiden Arbeitstagen. Bei den Traubenpflückern lag die Quote lediglich bei acht Prozent.

Daraus schließen die Forscher, dass "erst die Aussicht auf die Leistungsprämie einen wirksamen Anreiz für die Beschäftigten darstellt, ihre Pflücktechnik in möglichst kurzer Zeit zu perfektionieren". Obwohl der Arbeitgeber die Prämien auszahlen musste, zahlte sich das System für ihn durch einen höheren Gewinn pro Mitarbeiter aus. Die Befunde seien zwar nicht notwendigerweise auf andere Branchen übertragbar, heißt es beim IZA weiter. Je nach Kontext könne der finanzielle Anreiz für mehr "Learning by Doing" aber ebenso zur Produktivitätssteigerung beitragen wie etwa Weiterbildungsmaßnahmen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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