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22.08.2019

Kleinstbetriebe verlieren im Wettbewerb um Azubis an Boden

Zwar ist die Anzahl neuer Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) leicht auf insgesamt 521.900 gestiegen. Wie das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn berichtet, finden Kleinstbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten trotzdem immer seltener Auszubildende. Die Unternehmen sind insbesondere für qualifizierte Bewerber zu unattraktiv.

Vor 15 Jahren waren noch 23,6 Prozent aller Azubis in Kleinstbetrieben beschäftigt gewesen. Mittlerweile ist der Anteil auf 16,4 Prozent gesunken. Die Anzahl der Auszubildenden in diesen Betrieben nahm im gleichen Zeitraum um gut ein Drittel ab. Dagegen ist sie in kleinen Betrieben um zwei und in mittelgroßen Betrieben sogar um acht Prozent gestiegen.

Die Situation am Auszubildendenmarkt ist für Betriebe aktuell eine besondere, betont Professor Dr. Friederike Welter vom IfM Bonn: "In den vergangenen beiden Jahren ist die Zahl der Auszubildenden insgesamt zwar wieder um 25.600 gestiegen. Dennoch gab es zu Beginn des vergangenen Ausbildungsjahres 2017/2018 erstmals seit 1994 mehr Ausbildungsstellen, die der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden, als Bewerber."

Das scheint vor allem den Kleinstbetrieben Probleme zu bereiten: Sie würden in der Regel geringere Ausbildungsvergütungen zahlen (können) und böten auch für die Fachkräfte häufig schlechtere Verdienstmöglichkeiten als größere Unternehmen, so Welter. Das mache sie insbesondere für gut qualifizierte Bewerber weniger attraktiv.

Ob die Kleinstbetriebe auf die Situation reagieren und ihrerseits Ausbildungsplätze streichen, geht aus der Betrachtung, die auf der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit beruht, nicht hervor. Betriebe, die nur einen Auszubildenden aufnehmen wollen und keinen geeigneten Bewerber finden, fielen automatisch aus dieser Statistik heraus.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


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