Nachrichten

02.09.2019

Neue Lösung für datenschutzkonformes Bewerberdaten-Management

Das Bewerberdaten-Management ist für Personaler ein sensibles Datenschutz-Thema, das mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) noch einmal an Brisanz gewonnen hat. Das Forschungszentrum Informatik (FZI) hat gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft eine Plattform für sicheren und selbstbestimmten Datenaustausch mit sogenannter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung entwickelt.

Das FZI ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war das Wissen, dass viele Daten in Unternehmen per E-Mail ausgetauscht werden. Das berge signifikante Gefahren: So hätten Absender beispielsweise keine Möglichkeit, den Empfängerkreis zu kontrollieren, da die Nachrichten einfach weitergeleitet werden können. Wo und wie lange sie gespeichert werden, liegt ebenfalls nicht in ihrem Einflussbereich.

"Auch wenn ein Unternehmen redlich versucht, die Anforderungen der DSGVO umzusetzen - sobald personenbezogene Daten per E-Mail geteilt werden, ist das Bemühen dahin", verdeutlicht Jochen Rill, Diplom-Informatiker am FZI. Beim Datenaustausch über die Plattform "Einfaches Digitales Vergessen" (EDV) durchliefen die übertragenen Informationen über alle Stationen hinweg ein kryptografisches Verfahren. Wer sensible Daten freigibt, könne zudem jederzeit bestimmen, wer sie anschauen darf. "Im Bewerbungsprozess wären das zum Beispiel die Bewerber selbst", so Rill weiter.

In dem Projekt stecken nach Angaben des FZI mehr als zwei Jahre Arbeit, darunter Tests auf mögliche Schwachstellen. Am Ende stehe ein DSGVO-konformes System, das sowohl dem Datenurheber als auch dem Empfänger gewährleiste, dass das ausgetauschte Wissen "gemäß einheitlicher und transparenter Regeln und Richtlinien behandelt wird". Konkret bedeutet das beispielsweise für das Bewerbermanagement, dass eine Bestätigung des Bewerbers erforderlich ist, wenn die Daten weitergegeben werden sollen. Ein weiterer Vorteil sei die zentrale Speicherung und Verwaltung der Daten. Das vereinfache die Einhaltung von Löschpflichten.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.


Top-Themen

Arbeitsrecht

Aus- und Fortbildungskosten: Was darf der Arbeitgeber zurückfordern?


Foto: © Zerbor - Fotolia.com
Arbeitgeber benötigen qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist nicht immer leicht. Das bringt Unternehmen dazu, Aus- und Fortbildung selbst in die Hand zu nehmen – und damit gehen sie ein teures Wagnis ein.

mehr...
 
Personalbeschaffung

Active Sourcing als Recruiting-Instrument


Foto: © Africa Studio - Fotolia.com

Recruiting-Strategien gibt es viele. Stellenanzeigen in Jobbörsen oder auf der eigenen Homepage erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch auch Active Sourcing kann sich für Arbeitgeber als erfolgreiche Variante der Personalbeschaffung erweisen.

mehr...

 
Arbeitsrecht

Mitarbeitergespräche: Pflicht zur Teilnahme – aber nicht in jedem Fall!


Foto: © BartPhoto - Fotolia.com

Arbeitgeber haben das Weisungsrecht, Mitarbeitergespräche anzuordnen. Dieser Anordnung müssen Arbeitnehmer aber nicht immer Folge leisten. In welchen Fällen Arbeitgeber kein Gespräch verlangen dürfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

mehr...

 
Digitalisierung

Big Data: Brauchen wir eine Rechenschaftspflicht für Algorithmen?


Foto: ©  kentoh - Fotolia.com

Entscheidungen, mitunter auch lebenswichtige, werden zunehmend mit Unterstützung von Algorithmen getroffen. Der rechtliche Regelungsrahmen hinkt ihrem tatsächlichen Einfluss bislang stark hinterher. Daher fordern nicht nur IT-Experten immer lauter, die Entwickler für ihre Software verantwortlich zu machen – etwa mit einer Rechenschaftspflicht für Algorithmen.

mehr...

Recruiting

Bewerbungsprozess: Unternehmen müssen mit offenen Karten spielen

Junge Frau unterschreibt Arbeitsvertrag
Foto: © nd3000 - Fotolia.com

Der Arbeitgeber ist rechtlich verpflichtet, den Bewerber auf Umstände hinzuweisen, die von erheblicher Bedeutung für die Entscheidung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages sein können. Verletzt er diese „Aufklärungspflicht“, hat das rechtliche Konsequenzen. Welche das sind, zeigt unser Beitrag.

mehr...

 
Softwareprozesse

Digitale Transformation zu Ende gedacht


Foto: © kentoh - Fotolia.com

Wenn die Abläufe in einer Personalabteilung auf elektronischen Workflow umgestellt werden, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Worauf Personalabteilungen bei der Suche nach Softwareunterstützung für ihre HR-Prozesse achten müssen.

mehr...

   
Empfehlungsmarketing

Recruitingstrategie: Mitarbeiterempfehlungsprogramm

Zwei junge Frauen sitzen vor einem Laptop
Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Viele Personaler setzen bei der Suche nach Talenten auf das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" – aus gutem Grund. Von diesem Empfehlungsmarketing profitiert nicht nur das Recruiting, sondern das Unternehmen als Ganzes.

mehr... 

 

Entgeltfortzahlungsgesetz

Arbeitsunfähig im Ausland: Regeln beachten, Konflikte vermeiden

Arzt sitzt Patient gegenüber
Foto: © Syda Productions - Fotolia.com
Wenn Beschäftigte im Ausland erkranken, schreibt ihnen das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) besondereVerhaltensregeln vor. Halten sie sich nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann der Arbeitgeber zum Beispiel die Lohnfortzahlung einstellen. So weit muss es nicht kommen, wenn beide Seiten die im Beitrag aufgeführten Regeln beachten. 

mehr... 

 

>Weitere Top-Themen